Wer oder was ist die Gruppa Süd?
Die Gruppa Süd ist ein inoffizieller Fanclub des Meisters von der Spree, hauptsächlich entstanden aus den „Berkenbrücker–Herthafans“. Die Berkenbrücker-Herthafans waren ein kleiner Freundeshaufen, der seit 1998 gemeinsam die Spiele von Hertha BSC besuchte, seit 2001 unter eben diesem Namen.
Zum Jahreswechsel 2003/2004 kam es dann zur Umbenennung in „Gruppa Süd“ und somit zur Gründung. Heute (2010) haben wir 14 Mitglieder, mit einem Altersdurchschnitt von 23 Jahren.

Wie kam es zum Namen „Gruppa Süd“?
Da es Mitglieder des Fanclubs gab, die nicht aus Berkenbrück kamen, wurde ein Name gesucht der in etwa beschreibt wo wir her kommen. Da wir anfangs nun einmal (mehr oder weniger geografisch korrekt) alle aus Teltow-Fläming und Potsdam-Mittelmark, also aus der Gegend südlich von Berlin kamen war das „Süd“ beschlossene Sache. „Gruppa“ war mehr ein Blitzeinfall auf dem Schulhof, der gleich verwendet wurde und mehr ein Kunstwort ist als eine Bezeichnung aus der polnischen oder gar italienischen Sprache. Das müsste dann ja auch „Gruppo“ heißen und so eine Gang gibt es schon bei Hertha!
Seit dem Beginn führen wir auch immer wieder das „Berlin“ in unserem Namen um den Bezug zur geliebten Spreemetropole auszudrücken. Nach und nach zogen einige Mitglieder in die Hauptstadt und neue Berliner kamen hinzu. Somit hat das „Berlin“ noch viel mehr an Gewicht gewonnen, denn heute wohnen nur noch 3 Mitglieder nicht in Berlin. Und dem Zufall sei es gedankt, fast alle Mitglieder kommen aus südlichen Stadtteilen, wie passend.

Gibt es besondere Grundsätze oder eine spezielle Einstellung der GSB?
Grundsätzlich gibt es uns nur wegen Hertha BSC. Uns geht es um den Fußball. Wir sind aktive Fans, für die Hertha mehr bedeutet als eine Freizeitbeschäftigung. Uns ist die Bewahrung von Traditionen wichtig, was nicht heißen soll, dass wir uns der Realität in Gegenwart und Zukunft verschließen.

Was bedeutet „Bewahrung von Traditionen“ im Einzelnen?
Wir wollen unseren Beitrag an der Fanszene von Hertha leisten, die dafür kämpft das Hertha auch wirklich „unsere Hertha“ bleibt. In erster Linie geht es um den Erhalt von Blau und Weiß und unserer geliebten Herthafahne. Daher malen wir seit je her Fahnen und Doppelhalter in unseren Farben und versuchen zunehmend mehr die Herthafahne in unseren Motiven auftauchen zu lassen. Soviel zum optischen Beitrag. Wichtig ist es uns außerdem , an inhaltlichen Aktionen der Fanszene, wie der Initiative „Herthafahne – sonst nix“ teilzunehmen. Wir sind Mitglieder im Förderkreis-Ostkurve und versuchen uns möglichst aktiv einzubringen, gerade wenn es um die Herstellung von Choreos etc. geht. Als ein kleiner Fanclub sind wir in Dingen, die die Vereinspolitik betreffen natürlich machtlos, dennoch nehmen wir an allen offiziellen Mitgliederversammlungen Teil und hinterfragen vieles kritisch. Nötige Veränderungen im Verein, die dem Erhalt von Hertha BSC und unserer Fankultur dienlich sind unterstützen wir.
Uns ist der Erhalt der Traditionsreichen Freundschaft zum Karlsruher SC sehr wichtig. Oft sieht man uns bei den Spielen des KSC. Unsere vielen Besuche in der Fächerstadt und umgekehrt der Freunde hier in Berlin möchten wir niemals missen. Aus Freunden sind längst Schwestern und Brüder geworden.
Aus ebenfalls traditionellen Gründen lehnen wir einen gewissen Ruhrpottverein aus der ärmsten Stadt Deutschlands ab.


Wie steht die Gruppa Süd zu den Themen Politik und Gewalt beim Fußball?
Wie gesagt, wir gehen ins Stadion um Hertha zu sehen. Natürlich hat jeder von uns seine eigene Vorstellung von Politik, aber wir werden nicht die Bühne des Fußballs nutzen um diese zu präsentieren, oder gar andere davon zu überzeugen.
Gegen Rassismus und Neofaschismus zu sein, ist für uns keine Frage nach einer politischen Einstellung, sondern eine menschliche Selbstverständlichkeit.
Die GSB ist keine gewalttätige Gruppe.


Wie steht die GSB zur Thematik Ultra?
In der Gründungszeit der Gruppa Süd war die Faszination von Ultras sehr groß. Beeindruckt von der Berliner Szene und gerade den ersten Besuchen in Karlsruhe wurde schnell mal auf einen Aufkleber neben GSB auch „Ultras“ geschrieben. Aus ähnlichen Gründen begannen wir auch Doppelhalter zu malen. Dass unsere kleine Gruppe keine Ultragruppe im eigentlichen Sinne sein konnte, war zwar immer klar, doch wurde das am Anfang nicht gleich intensiver hinterfragt.
Heute vermeiden wir bewusst das Wort „Ultra“, da es in Deutschland völlig überstrapaziert wurde und mit der herkömmlichen Bezeichnung der fanatischen Tivosi aus Italien oft nichts mehr zu tun hat.
Bei unserem Haufen lebt jeder das Fußballleben nach seiner Art, der eine eher wie ein Ultra, der andere wie Supporter oder Allesfahrer und wieder ein anderer eher wie ein gewöhnlicher Fan. Trotzdem findet sich der selbe Nenner im Endeffekt von selbst.
Wir unterstützen unsere Ultras - die Harlekins - und sind der Meinung, dass ihr Kampf für Hertha und den Erhalt der Fankultur und Fanszene in Berlin unabdinglich ist. Wir haben einen guten Kontakt zu den Harlekins Berlin ´98, sowie zu der jungen Gruppe Dynamic Supporters und auch zunehmend zur Hauptstadtmafia. Beim Rückzug der großen Gruppen 2007 in den Oberring, nahmen wir also nicht nur Teil, weil wir selbst durch ein Stadionverbot betroffen waren, sondern weil wir den Weg als Fanszene insgesamt als absolut richtig und notwendig ansahen.
Was wir außerdem mit Ultras gemeinsam haben, ist die strikte Ablehnung der modernen Unterhaltungsshow, zu der unser guter alter Fußball langsam verkommt.


Wo waren Standorte der Gruppa und wo findet man sie heute im Olympiastadion?
Einige Jahre waren wir fast eine Nomadengruppe. Um die Jahrtausendwende fand man uns in sämtlichen Blöcken des Oberrings, oberhalb der Ostkurve. Zu Zeiten der Berkenbrücker-Herthafans waren wir erst im Oberring Block 38, dann im P-Block und schließlich 2 Jahre im Block A6 ansässig, der später aber vom Kidsclub vereinnahmt wurde, weswegen wir in die Ostkurve wechselten. Hier rückten wir nun als Gruppa Süd mit der Zeit immer Näher ins Zentrum, da die Stimmung in den Randblöcken doch sehr zu wünschen übrig ließ. Seit 2004 stehen wir links neben dem Vorsängerpodest in der Mitte der Kurve.


Wie kann man Mitglied werden?
Es dauerte ziemlich bis es überhaupt neue Mitglieder gab, da der eigentliche Haufen ziemlich verschworen war und wir gute Freunde sind, die sich seit Kindertagen kennen. Wir haben anfangs gar nicht daran gedacht, dass wir auch mehr werden könnten. Seit 2 Jahren jedoch wächst die Gruppa langsam. Wer Mitglied werden möchte, spricht uns einfach an, am besten im Stadion und dann schauen wir mal ob uns seine Nase passt oder nicht.