Erneuter Anschlag auf Flüchtlingsunterkunft in Jüterbog

Wir saßen gerade beim gemütlichen Gruppa-Nachmittagsplausch zusammen in der Ostkurve, als ein Brandenburger Gruppa-Mitglied bei der Begrüßung fragte, ob mit Venant alles okay sei. „Wieso?“ fragte ich. Seit etwas mehr als einem Jahr haben wir Kontakte zu Flüchtlingen aus Jüterbog. Unser Kumpel Venant aus Kamerun ist inzwischen bei jedem Heimspiel mit voller Begeisterung dabei. Vor einem Jahr hatte es in Jüterbog einen Anschlag auf die sogenannte „Turmstube“ gegeben. Der Ort der Begegnung von Flüchtlingen und Einheimischen war völlig verwüstet worden. Schon damals machten wir ein größeres Unterstützungsfoto zusammen mit Leuten von HM für die Flüchtlinge in Jüterbog.

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Unser Mitglied berichtete, es habe in Jüterbog wieder einen Anschlag gegeben. Ich wusste, dass vor wenigen Wochen irgendwelche Nazis einen Ziegelstein durch ein Fenster in der Unterkunft für geflüchtete Jugendliche in Jüterbog geschmissen hatten. Die Einrichtung hatte zum Schutz der Jugendlichen nichts darüber veröffentlicht, obwohl das bereits ein krasser Angriff war. Es hätte auch ein schlafendes Kind getroffen werden können. Aber die Nachrichten aus Brandenburg waren aktueller. In der letzten Nacht sei es passiert. Ich dachte nur „Ach du Scheiße!“ und gleich funkten wir unsere Kontakte an. Tatsächlich, es hatte einen Anschlag auf genau dieselbe Einrichtung für Jugendliche in Jüterbog gegeben. Zwei Molotowcocktails waren geworfen worden. Die ernsthafte Absicht der ersten Attacke vor wenigen Wochen wurde nun bestätigt. Nur weil die doppeltverglasten Scheiben nicht durchbrochen werden konnten und die Mitarbeiter sehr schnell reagierten und die Brandsätze löschten, ist nichts noch Schlimmeres passiert. Die Angreifer hatten offenbar kein Problem damit, eine bewohnte Unterkunft so zu attackieren, dass Menschen dabei hätten sterben können. Das ist Fakt. Das ist verdammter Nazi-Terror und gehört in alle Zeitungen. Deswegen berichten auch wir hier kurz. Alle Details könnt ihr inzwischen online recherchieren. Auch welche Rolle der Bürgermeister spielt, über den hier nichts weiter gesagt werden soll. Da schaffen es junge Menschen irgendwie aus den übelsten Kriegs- und Krisengebieten der Welt hier her zu fliehen, um dann hier am sicheren Zufluchtsort nachts einen Brandanschlag mitzuerleben. Jetzt leben sie hier in Angst vor Anschlägen und Terror. Wie krank ist das? Unsere Solidarität und Unterstützung geht an unsere Freundinnen und Freunde in Jüterbog. An die Geflüchteten und den Unterstützerkreis. Haltet durch!

kbk‘16

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