Fans des FC Rot-Weiß Erfurt gewinnen „SAM“

Anstoßzeiten. Das alte Thema der Organisation „ProFans“. Ganz zu Recht, wie wir finden. Von Liga 1-3, überall der gleiche Mist. Auch wir wissen ja, wie das so ist. Immerhin geht das neue Jahr für uns gleich mal mit zwei Sonntagsspielen los. Dass unser Spiel in Freiburg mal wieder auf einen Sonntag gelegt wurde, ist ja inzwischen schon fast der Klassiker. Schauen wir mal auf die letzten Begegnungen zwischen Hertha und Freiburg:

  • Sonntag, 28.08.2016 Hertha BSC – SC Freiburg
  • Sonntag, 15.02.2015 Hertha BSC – SC Freiburg
  • Freitag, 19.09.2014 SC Freiburg – Hertha BSC
  • Freitag, 28.02.2014 Hertha BSC – SC Freiburg
  • Sonntag, 22.09.2013 SC Freiburg – Hertha BSC
  • Dienstag, 10.04.2012 Hertha BSC – SC Freiburg

Na gut, wollen wir uns mal nicht so haben. Am 19.11.2011 (War Moe da schon geboren?) hat Hertha an einem Sonnabend um 15:30 Uhr in Freiburg gespielt. Lockerer Termin. Erinnere mich noch, wie mir Jan auf dem Roller die Stadt zeigte und wir ein lokales Bier in nem Brauhaus probierten. Ganz im Ernst. Gegen fanunfreundliche Anstoßzeiten zu protestieren, gehört zu den wichtigsten Aktionen, die aktive Fans auf die Beine stellen sollten. Wir teilen deswegen hier gern die aktuelle Pressemitteilung von „ProFans“. (kbk*2017)

profans_gross

Pressemitteilung

ProFans verleiht Fans des FC Rot-Weiß Erfurt den Negativpreis „SAM“

Berlin, den 21. Januar 2017

Zu Beginn des Jahres 2017 blickt ProFans kritisch auf die Spielansetzungen
der Hinrunde 2016/2017 zurück und setzt die Dokumentation fanunfreundlicher
Anstoßzeiten fort. Um den unterschiedlichen Gegebenheiten in den ersten
drei Ligen Rechnung zu tragen, wird das SAM nun jeweils pro Liga vergeben.

Die Abkürzung SAM steht für „SpielAnsetzungsMonster.“ Das SAM wird seit
der Saison 2015/16 zweimal im Jahr als Negativpreis an die Fanszene
vergeben, die am meisten unter den fanunfreundlichen Anstoßzeiten leiden
muss. Der Preis soll die Fanszenen zu noch mehr Engagement gegen diese
unerträglichen Missstände motivieren und die Öffentlichkeit über die
Problematik aufklären.

In der 3. Liga geht das SAM in der Hinrunde 16/17 an die Fans des FC
Rot-Weiß Erfurt. Die Fans der 3. Liga sind besonders von fanunfreundlichen
Anstoßzeiten betroffen, da es sehr viele Ansetzungen an Freitagen gibt.
ProFans listet Spiele auf, bei denen die Fans der Auswärtsmannschaft an
einem Freitags-, Montags- oder sonstigem Werktagsspiel mehr als 300km
fahren mussten. ProFans spricht sich seit vielen Jahren dafür aus, dass bei
der Spieltagsplanung die Ansetzungen an der sogenannten
„300-Kilometer-Regel“ orientiert sein sollten. Aufgrund geografischer
Gegebenheiten und sonstiger Gründe (Auflagen der Behörden, Rücksichtnahme
auf Mannschaften, die in internationalen Wettbewerben spielen etc.) ist die
Einhaltung der 300-Kilometer-Regel nicht immer möglich. ProFans konstatiert
allerdings, dass bei der Spieltagsplanung selbst eine annähernde
Orientierung an dieser Regel ausbleibt. ProFans Pressesprecher Sig Zelt:
„Dass ausgerechnet die Fans vom FC Rot-Weiß Erfurt das „SAM“ gewonnen
haben, obwohl Erfurt innerhalb der Bundesrepublik zentral gelegen ist,
zeigt das grundsätzliche Problem, dass Faninteressen bei der Planung der
Spielansetzungen keine ernsthafte Rolle spielen.“

Von problematischen Anstoßzeiten sind die Fans aller Ligen betroffen. In
der 2. Liga beglückwünscht ProFans in der Hinrunde 16/17 die Anhänger*innen
des 1. FC Kaiserslautern nicht zum Gewinn des SAM. Die Fans des SC Freiburg
sind erneut massiv von fanunfreundlichen Anstoßzeiten betroffen und stellen
den 1. Platz in der 1. Liga.

Ligenübergreifend waren in der Hinrunde die Fans des FC Rot-Weiß Erfurt am
meisten von fanunfreundlichen Ansetzungen betroffen. Die ersten 10 Plätze
im Gesamtranking verteilen sich auf 4 Zweit-, 3 Erst- und 3 Drittligisten,
wobei der Gewinner der 1. Liga den 5. Platz im Gesamtranking einnimmt.

ProFans bleibt unnachgiebig bei der Kritik an fanunfreundlichen
Anstoßzeiten. „Das Minimum einer aktiven Fankultur ist es, die eigene
Mannschaft im Stadion anfeuern zu können. Entschieden gegen
Vermarktungsinteressen zu protestieren, die uns dieses Minimum nehmen
wollen, wird immer der Kern unserer fanpolitischen Aktionen sein“, sagt
Philipp Wernick von der AG „ProFans Hertha B.S.C.“. „Die Wut auf diese
unmöglichen Ansetzungen wächst in vielen Fanszenen. Die Aktionen gegen
fanunfreundliche Anstoßzeiten werden im Jahr 2017 weiter geführt und
verschärft werden. Die Adressaten unserer Kritik werden dabei nicht allein
in Frankfurt am Main zu finden sein“, kündigt ProFans-Sprecherin Gloria
Holborn an.

ProFans fordert die DFL und den DFB auf, endlich ernsthaft Faninteressen
bei der Spieltagsplanung zu berücksichtigen.

Der Fußball lebt durch seine FANS!

ProFans, im Januar 2017

Quelle: www.profans.de

 

Schreibe einen Kommentar

Dein Kommentar wird vor der Veröffentlichung geprüft.