RC Strasbourg – FC Metz 2:2

Zuschauer: 25.627

Zu Besuch bei Freunden!

Da sich Mau mal wieder erfolgreich vor der Aufgabe, einen Bericht zu schreiben, drücken konnte, wurde mir die glorreiche Aufgabe zu teil, meinen ersten Bericht für die Gruppa über unseren Besuch in Frankreich zu schreiben.

Für die hartgesottenen Schlachtenbummler, diejenigen, die sich über Ostern von ihren Familienpflichten lossagen konnten, also damit auch 2 Gruppa Mitglieder (Mau und mich), sollte sich das Fußballwochenende noch etwas verlängern. Das schöne Elsass stand auf dem Plan und damit das Derby zwischen unseren Freunden vom RCS gegen den „FC Merde“ aus Metz.

Nach dem routinemäßigen Abbau des Tifos im Stadion, ging es mit 17 bunt gemischten Herthanern noch einmal in den Raum um darauf zu warten, dass die Fahrer die 9er abholen. Jeder genehmigte sich nochmal ein Kaltgetränk, Handys wurden herum gereicht, weil natürlich jeder den spektakulären Undercover-Auftritt der Gladbacher noch ein Mal sehen wollte und im Hintergrund lief die Spieltagszusammenfassung die einem wieder nur ein Mal zeigte was unsere blöde alte für ein Glück hatte, das Spiel gegen Golfsburg nicht verloren zu haben.. Aber scheiß drauf denn jetzt war Derbyzeit angesagt. Neben Mau, der wie ich hörte demnächst Strasbourg als 2.Wohnsitz anmelden wird, weil er ohnehin schon ständig da ist, gab es dieses mal auch wieder ein paar RCS-Jungfrauen unter der 9er-Besatzung. Das erste Mal ist doch immer etwas besonderes. Um 0:30 Uhr waren alle so weit auf zu satteln und der erste Halt (irgendwo JWD) wurde angesteuert um noch 3 Exil-Herthaner in unsere 9er zu verladen. Kaum sind wir jedoch auf der Autobahn die ersten Meter gerollt, flog uns schon der erste Blitz in die Fresse! ZACK! Kurze Aufregung – Mau schnell gefragt wie viel wir drüber waren – 8km/h – Geht auf die Portokasse!

Während ich mich mit Benny darüber unterhielt, wann denn Jesus nun wieder auferstanden sei, ob am 3. Tag oder nach 3 Tagen und ob man Karfreitag anfängt zu zählen oder erst danach (Also typisches Auswärts-Philosophieren), ging im 9er ein Raunen durch die Sitzreihen weil die B.Z. es mal wieder geschafft hatte Kritik an der Öffentlichkeitsarbeit von Paul Keuter als Aufruf zur Gewalt zu verstehen und dies zum Anlass nahm, uns als Idioten und Chaoten zu betiteln. Was für ein räudiges Drecksblatt…
Nach so viel Action meldete sich bei mir dann langsam des Sandmanns Schlafsand und ich versuchte bis zur Ankunft noch ein wenig zu schlafen. Durch zahlreiche Bremsmanöver und Raststätten wurde mein Schönheitsschlaf leider Gottes immer wieder unterbrochen. Was bilde ich mir auch ein auf einer Fußballfahrt schlafen zu können?
Zu allem Überfluss kam von Benny dann auch noch die Frage auf wann man denn endlich anfängt mit Saufen!? Da mein Verstand, völlig geplagt von Schlafmangel, gar nicht klar kam, wollte ich erst einmal ankommen. Woraus dann schnell der Gedanke entstand, dass man zu Ehren von Jesus Christus, anfängt die Korken knallen zu lassen, sobald die ersten Sonnenstrahlen die Erde küssen. Zu meinem Glück verfiel die gesamte 9er Besatzung bald in einen langen und tiefen Schlaf, sodass die Sonne aufgehen konnte ohne, dass meine Leber davon etwas zu Spüren bekam. Aufgewacht sind dann erst alle wieder beim letzten Halt vor Strasbourg wo wir sage und schreibe 1,27€ für den Liter Diesel zahlen durften. Völlig unberührt vom überteuerten Sprit Preis ging es über die Grenze, die geographisch ja noch existiert aber in der Realität kaum bis gar nicht wahr genommen wird. Ich glaube es pendelt sogar eine Straßenbahn zwischen den Landesgrenze hin und her? Aber weiter im Text..
9:30 Uhr: Ankunft in Strasbourg und es wurde erst einmal im Kollektiv Zahnpflege betrieben. Der Ostersonntag sollte nämlich gleich darauf mit einem schönen französischen Frühstück begonnen werden. Auch hier einigte man sich schnell, nicht auf den Preis zu gucken, da man in Strasbourg ewig nach preiswertem Essen am Sonntag suchen kann, und so kehrte man in einem Café ein, dass es nicht mal für nötig hielt Preise auf die Karten am Tisch zu schreiben. Nach einem Parisien (Baguett mit Butter und Kochschinken), einem Croissant und Kaffe meldete sich mein Darm zu Wort und ich verpasste auf Grund meines Intermezzos fast die Abfahrt unserer Reisegruppe. Zu allem Überfluss mussten wir dann auch noch auf die „Cathédrale Notre-Dame de Strasbourg“ die immerhin verfickte 332 Stufen dauert bis man oben ist…und das mit vollem Magen. Aber Spaß beiseite, denn der Ausblick hat sich dann doch gelohnt und so wurde sich zu einem kleinen Mobfoto aufgereiht.
Nachdem wir also gestärkt waren und alle einen Drehwurm vom Wendeltreppe-laufen hatten, ging es endlich zu unseren Freunden um ihren neuen Raum zu begutachten. Vom Feeling erinnerte es mich ein wenig an die alte Buchte in Westend. Ein Garagenähnlicher Raum mit kahlen Wänden, die kurzer Hand mit geilen alten Fahnen verschönert wurden und ohne Ende Biertischgarnituren. Alles noch sehr provisorisch aber ich denke da kann man noch viel wuppen und Zweckgemäß ist es allemal. Etwas längere Begrüßungsrunde gemacht und dann ging‘s auch schon an den Bierstand denn so ein neuer Raum finanziert sich ja nicht von alleine und außerdem hatten wir schon die ersten Sonnenstrahlen verpennt! So floss nun also der kühle Gerstensaft die Kehlen hinunter – endlich richtig angekommen! Nach und nach füllte sich der Raum, der ein oder andere haute sich im 9er nochmal aufs Ohr und es gab draußen frisch gegrillte Merguez und Bratwurst im Baguett. Während ich noch in Gedanken damit beschäftigt war, ob ich nun noch was essen solle, wurde ich von Zina mal eben zur Seite gezogen und schon war die Frage nach Essen verworfen, denn die französische Gastfreundlichkeit forderte mich zum Biergenuss auf. Vor mir standen so etwa 10 frische Becher Bier und der Zapfhahn hörte nicht auf zu laufen. Zina drückte mir zwei Becher in die Hand, bewaffnete sich selbst noch mit zweienund man gesellte sich an einen Tisch, um sich der Baukunst einer Königsmische aus Berliner Kräutern und französischem Steinchen zu widmen. In Verbindung mit der Sonne die sich jetzt endlich blicken ließ eine köstliche Angelegenheit!

Ein wenig Blöd-Gequatsche später und und mit Sonnenbrille ausgestattet ging es dann auch endlich in Form eines kleinen Marsches Richtung Stadion, wobei man den Fußweg nach Ultràmanier auf die rechte Fahrbahnhälfte erweiterte, ohne dass sich auch nur ein Beamter blicken ließ. Es dauerte dann doch seine Zeit, bis wir am Stade de la Meinau ankamen, aber vor Ort war für uns mal wieder der VIP-Eigang vorbereitet und Vinz deutete uns mit den Worten:“Berliner, hier rein!“, dass die Ordner schon sehnsüchtig und extra nur auf uns warteten. In nullkommanix also im Stadion, gab es für alle die noch nicht genug hatten nochmal einen Nachschub an Merguez.

Die Kurve, die sich seit letztem Sommer über die komplette Hintertortribüne erstreckt war 1,5 h vor Anpfiff schon voll. Das Derbygefühl war spätestens jetzt endgültig da. Hier und da hing eine Anti Metz Fahne, oder ein Scheiß FC Merde Banner. Während wir auf den Spielbeginn warteten wurde es immer voller und ich wunderte mich dass immer noch Leute rein passten. Jedes Mal unglaublich, wie hoch hier die Nachfrage an einem Platz auf der Südtribüne ist. Mau kümmerte sich darum, dass eine kleine Hertha Fahne an den Zaun gehangen wurde und los gings dann erst mal mit einer mehrteiligen Choreo. Auf einer Blockfahne die sich über die komplette Südtribüne erstreckte, war ein Kampf dargestellt, in der Art eines 2D Videospiels der 90er, mit einer Steinmauer im Hintergrund. Als Gegner standen sich ein Ritter auf der linken Seite mit dem Namen Strasbourg und ein roter Drache mit dem Namen Metz auf der rechten Seite gegenüber. Unter jedem Charakter war ein grüner Lebensbalken zu sehen und in der Mitte zuerst das Wort Fight. Der Lebensbalken der Messins sollte sich dann relativ schnell auflösen und die Worte „Game Over“ erscheinen. Wie die Umsetzung im Detail dann von Außerhalb aussah, kann ich leider nicht beurteilen, da ich mich unter der Blockfahne befand, die keine Chance bot durch zu gucken. Komischer Weise wurde sie dann auch noch 3 Mal hoch und runter gelassen was bei uns zu allgemeiner Verwirrung führte ob das so geplant war.
War es Anfangs noch etwas leer auf den Rängen der Gäste, füllte es sich zum Spielbeginn dann doch noch relativ schnell. Auch Metz lud für dieses Spiel ein paar befreundete Szenen ein. Lautern war ( klar erkennbar durch einen großen Schwenker) mit der „Frenetic Youth“ anwesend und haben in der 2. Halbzeit gezündet. Ebenfalls war Trier mit „Insane Ultra“ vor Ort. Als Freundschaftsfahne hing die „Gruppa Insane“ Fahne.

Das Spiel verlief sehr körperbetont und entsprechend viele Karten wurden auch verteilt. Der RCS konnte zu Beginn sogar zur Führung treffen, die jedoch nicht lange an hielt und zur Pause stand es nach einer hitzigen ersten Hälfte stand es 1:1. Die zweite Hälfte startete fast in Herthamanier, da sich unsere Freunde erst mal direkt nach Anstoß das 1:2 einfingen. Ganz großes Kino. Bis zum erneuten Ausgleich und damit zum Endstand durfte sich jede Mannschaft noch über einen Platzverweis freuen und für Fans der pyrotechnischen Stimmungsmittel gab es noch die bereits erwähnte Pyroshow im Gästeblock zu sehen.

Nach dem Spiel schlenderte unsere Berliner Fraktion noch einmal am Gästeparkplatz vorbei um die Busse zu begutachten und gemeinsam mit dem restlichen Mob begaben wir uns anschließend wieder zum Raum. Am Abend hat man sich hier für einen Soli-Eintritt von 3€ entschieden da der Raum einen passablen Monatslohn an Mietkosten schluckt. Da sich die Motivation, eine Nacht im bisher erst halb fertigen Raum der UB zu verbringen, in Grenzen hielt, versuchte Zina nochmal seinen Charme spielen zu lassen, um eine Französisn auf den Fahrer an zu setzen, damit sie ihn überredet, dass wir noch länger verweilen.

Dies stellte sich jedoch als Hoffnungslos heraus, da am Ende keiner Lust hatte in den grässlichen Feiertagsverkehr zu brettern und der komplette Montag im Arsch gewesen wäre.
22:15 Uhr war dann also Abfahrt vom Raum und Zina gesellte sich zu uns in den 9er in der Hoffnung, bei uns auf mehr Suff-Bereitschaft zu treffen. Leider hatte René seine Wilthi so ungünstig verlegt, dass sein Vorhaben erstmal auf Eis gelegt werden musste.
Von der Rückfahrt bleibt leider nichts Spannendes mehr zu berichten und so kamen wir gegen 6 Uhr komplett zerstört und übermüdet in Berlin an.
Strasbourg ist jedes mal wieder eine Reise wert und wäre es mir möglich, würde ich viel öfter im Jahr fahren. In diesem Sinne: à bientôt, mes amis! Messins on t‘encule!
PP*18

Schreibe einen Kommentar

Dein Kommentar wird vor der Veröffentlichung geprüft.