Über uns

Wer oder was ist die Gruppa Süd?

Die Gruppa Süd ist ein inoffizieller Fanclub des Meisters von der Spree, hauptsächlich entstanden aus den „Berkenbrücker–Herthafans“. Die Berkenbrücker-Herthafans waren ein kleiner Freundeshaufen, der seit 1998 gemeinsam die Spiele von Hertha BSC besuchte, seit 2001 unter eben diesem Namen.
Zum Jahreswechsel 2003/2004 kam es dann zur Umbenennung in „Gruppa Süd“ und somit zur Gründung. Heute (2014) haben wir 16 Mitglieder, mit einem Altersdurchschnitt von (mittlerweile auch schon wieder weit über) 27 Jahren.

Wie kam es zum Namen „Gruppa Süd“?

Da es Mitglieder des Fanclubs gab, die nicht aus Berkenbrück kamen, wurde ein Name gesucht der in etwa beschreibt wo wir her kommen. Da wir anfangs nun einmal (mehr oder weniger geografisch korrekt) alle aus Teltow-Fläming und Potsdam-Mittelmark, also aus der Gegend südlich von Berlin, kamen war das „Süd“ beschlossene Sache. „Gruppa“ war mehr ein Blitzeinfall auf dem Schulhof, der gleich verwendet wurde. Gruppa ist quasi mehr ein Kunstwort als eine Vokabel aus der polnischen oder gar italienischen Sprache. Das müsste dann ja auch „Gruppo“ heißen und so eine Gang gibt es schon bei Hertha!

Seit dem Beginn führen wir auch immer wieder das „Berlin“ in unserem Namen um den Bezug zur geliebten Spreemetropole auszudrücken. Nach und nach zogen einige Mitglieder in die Hauptstadt und neue Berliner kamen hinzu. Somit hat das „Berlin“ noch viel mehr an Gewicht gewonnen.

Gibt es besondere Grundsätze oder eine spezielle Einstellung der GSB?

Grundsätzlich gibt es uns nur wegen Hertha BSC. Uns geht es um den Fußball. Wir sind aktive Fans, für die Hertha mehr bedeutet als eine Freizeitbeschäftigung. Uns ist die Bewahrung von guten Traditionen wichtig, was nicht heißen soll, dass wir uns der Realität in Gegenwart und Zukunft verschließen.

Was bedeutet „Bewahrung von guten Traditionen“ im Einzelnen?

Es geht um den Fortbestand der Identifikation. Dabei ist nicht alles war einmal war gut oder gar erhaltenswert. Wir wollen unseren Beitrag in der Fanszene von Hertha leisten, die dafür kämpft, dass Hertha auch wirklich „unsere Hertha“ bleibt. In erster Linie geht es um den Erhalt von Blau und Weiß und unserer geliebten Herthafahne. Wir begrüßen ausdrücklich die Entscheidung von Hertha, die „Fahne pur“ nach den Aktivitäten der gleichnahmigen Kampagne tatsächlich wieder einzuführen und in den Vereinsstatuten fest zu legen. Wir malen von Anfang an Fahnen und Doppelhalter in unseren Farben und versuchen zunehmend mehr die Herthafahne in unseren Motiven auftauchen zu lassen. Soviel zum optischen Beitrag. Wichtig ist es uns außerdem, an inhaltlichen Aktionen der Fanszeneteilzunehmen. Wir sind Mitglieder im Förderkreis-Ostkurve und versuchen uns möglichst aktiv einzubringen, gerade wenn es um die Herstellung von Choreos etc. geht. Als ein kleiner Fanclub können wir in Dingen, die die Vereinspolitik betreffen natürlich relativ wenig Einfluß ausüben, dennoch nehmen wir an allen offiziellen Mitgliederversammlungen Teil und hinterfragen vieles kritisch. Wir sind froh, dass es mit dem FKO eine geeignete Organisationform gibt, um ernsthaft etwas in Bewegung setzen zu können. Nötige Veränderungen im Verein, die dem Erhalt von Hertha BSC und unserer Fankultur dienlich sind unterstützen wir. Überregional unterstützen wir die fanpolitische Arbeit des Bündnisses ProFans.

Uns ist der Erhalt der traditionsreichen Freundschaft zum Karlsruher SC sehr wichtig. Wenn es der Terminkalender zulässt besuchen wir regelmäßig Spiele des KSC. Unsere vielen Besuche in der Fächerstadt und umgekehrt der Freunde hier in Berlin möchten wir niemals missen. Aus Freunden sind längst Schwestern und Brüder geworden. Die Freundschaft der Ultraszene von Hertha BSC nach Strasbourg wird für uns auch immer wichtiger. Wir fahren wahnsinnig gern nach Frankfreich und begrüßen unsere Freunde auch immer wieder gern bei uns. Es tut gut, ab und zu den Horizont zu erweitern. Deswegen haben einzelne Mitglieder natürlich auch individuelle Kontakte in andere Fanszenen. Wie das halt so ist.

Wie steht die Gruppa Süd zu den Themen Politik und Gewalt beim Fußball?

Wie gesagt, wir gehen ins Stadion um Hertha zu sehen. Natürlich hat jeder von uns seine eigene Vorstellung von Politik, aber wir werden nicht die Bühne des Fußballs nutzen, um Wahlkampf für bestimmte Parteien zu betreiben.
Gegen Rassismus und Ausgrenzung zu sein, ist für uns keine Frage nach einer politischen Einstellung, sondern eine menschliche Selbstverständlichkeit. Der Einsatz für Menschlichkeit darf natürlich nicht am Stadiontor stehen bleiben. So unterstützen wir z.B. Flüchtlinge ganz bewusst auch beim Fußball, der tatsächlich oft wichtige Brücken bauen kann. Außerdem gilt es, die Augen offenzuhalten und Mut zu haben aktiv zu werden, wenn es zu rassistischen Diskriminierungen kommt.

Die GSB ist keine gewalttätige Gruppe.

Wie steht die GSB zur Thematik Ultra?

In der Gründungszeit der Gruppa Süd war die Faszination von Ultras sehr groß. Beeindruckt von der Berliner Szene und gerade den ersten Besuchen in Karlsruhe wurde schnell mal auf einen Aufkleber neben GSB auch „Ultras“ geschrieben. Aus ähnlichen Gründen begannen wir auch Doppelhalter zu malen. Dass unsere kleine Gruppe keine Ultragruppe im eigentlichen Sinne sein konnte, war zwar immer klar, doch wurde das am Anfang nicht gleich intensiver hinterfragt.

Heute vermeiden wir das Wort „ultra“, da es in Deutschland überstrapaziert wurde und mit der herkömmlichen Bezeichnung der fanatischen Tivosi aus Italien oft nicht mehr viel zu tun hat. Bei unserem Haufen lebt jeder das Fußballleben nach seiner Art, der eine eher wie ein Ultra, der andere wie ein Supporter oder Allesfahrer und wieder ein anderer eher wie ein gewöhnlicher Fan. Trotzdem findet sich der selbe Nenner im Endeffekt von selbst. Wir unterstützen aktiv unsere Ultras und sind der Meinung, dass der Kampf für den Erhalt der Fankultur weitergehen muss. Was uns zudem verbindet, ist die strikte Ablehnung der modernen Unterhaltungsshow, zu der unser guter alter Fußball immer mehr verkommt. Das kritische Hinterfragen fortlaufender Entwicklungen im Fußball, den Fanszenen und auch der Situation bei Hertha gehören zu unserem Gruppa-Dasein dazu. Seit einiger Zeit beziehen wir mit dem Doppelhalter „Mehr Fußball – weniger Geschäft“ auch Stellung zur extremen Entwicklung des Profifußballs.

In einigen Punkten ist eine gewisse Ultras-Nähe also vorhanden.

Wie kann ich Mitglied werden?

Es dauerte ziemlich lange bis es überhaupt neue Mitglieder gab, da der eigentliche Haufen ziemlich verschworen ist und wir gute Freunde sind, die sich seit Kindertagen kennen. Wir haben anfangs gar nicht daran gedacht, dass wir auch mehr werden könnten. Seit 6 Jahren jedoch wächst die Gruppa langsam. Wer Mitglied werden möchte, spricht uns einfach an, am besten im Stadion und dann schauen wir mal ob uns seine Nase passt oder nicht. Nur so viel: Das Prozedere hat schon geklappt ;-).