{"id":1039,"date":"2015-09-27T16:01:01","date_gmt":"2015-09-27T14:01:01","guid":{"rendered":"https:\/\/www.gruppa-sued.de\/?p=1039"},"modified":"2022-09-18T18:12:31","modified_gmt":"2022-09-18T16:12:31","slug":"sg-eintracht-frankfurt-hertha-bsc-11","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gruppa-sued.de\/?p=1039","title":{"rendered":"SG Eintracht Frankfurt &#8211; Hertha BSC 1:1"},"content":{"rendered":"<p>Zuschauer: 46.000<\/p>\n<p><strong>Frankfurt away &#8211; zyklische \u00d6ken in Darmstadt<\/strong><\/p>\n<p>Ausw\u00e4rts bei der Eintracht, Sonntag, 15:30. Was liegt da n\u00e4her, als sich am Samstag um 5:20 am Berliner Hauptbahnhof einzufinden (und damit, man kann es kaum fassen, noch fr\u00fcher loszufahren als noch vor einigen Tagen, als es ins deutlich weiter entfernte Wolfsburg ging)?<\/p>\n<p>Wuschner (Name von der Redaktion ge\u00e4ndert) hatte schon vor einiger Zeit seine Seele verkauft (wieder einmal, nachdem er zuvor schon bei Alba Berlin f\u00fcr mehrere Monate den mittlerweile abgeschafften Albaspross spielen durfte), und heuerte mittlerweile beim SV Darmstadt an \u2013 dort konnte er unserer Meinung nach (und damit ganz in der Tradition der von der Gruppa verbreiteten Job-Klischees) allenfalls das Moos vom alten B\u00f6llenfalltor kratzen oder den Spucknapf in der Kabine leeren. Aber um sich nun doch mal davon zu \u00fcberzeugen, wie Wuschner in Darmstadt lebt und schafft, sind Lady-Luke und ich entsprechend fr\u00fch in einen ICE nach Frankfurt gestiegen.<\/p>\n<p>Die Fahrt verlief, wie solche Fahrten eigentlich immer verlaufen: In Ermangelung an qualitativ hochwertigen Gespr\u00e4chsthemen \u00fcber Spandau hinaus, wird alsbald die \u00d6ke rausgeholt und das Trinken begonnen. Dunkeldeutschland zog an uns vorbei und mit Passieren der nicht mehr vorhandenen Grenze war es auf einmal hell (ein Ph\u00e4nomen, das bis heute nicht erkl\u00e4rt werden kann) und wir konnten neben Futschi nun auch die herrliche Landschaft, benetzt von leichtem Morgentau, genie\u00dfen. Der Gro\u00dfteil der Gruppa-Lads zog vor, sich dieses Schauspiel entgehen zu lassen und auszuschlafen. Trotz der Richness sind wir ja eher f\u00fcr m\u00f6glichst geringen Einsatz bekannt, sodass alsbald die Frage aufkam, wer von diesen Taugenichtsen wohl als erstes in der Lage w\u00e4re, ein Bild von sich vor gedecktem Fr\u00fchst\u00fcckstisch zu schicken. Da in dieser Kapitalistentruppe gar nichts mehr ohne Belohnung funktioniert, wurde die beliebte Gruppa-\u00dcberraschung der letzten Fahrt als Gewinn ausgelotet und schon empfingen wir die ersten Bilder. Schnell war klar, dass Feliy und Marn gut gemachte aber dennoch erkennbare F\u00e4lschungen zum Gewinn der Toffifee-Packung nutzen wollten \u2013 die Untersuchung von Schenkelgr\u00f6\u00dfe und Zeitstempel lieferten aber bald Gewissheit und beiden fast eine Disqualifikation. Mir w\u00e4re es nur recht gewesen, hatte Luke doch Feliy (neben Sauerland und Schoko) auf seiner Liste zu stehen \u2013 mein einziger Joker Wuschner hat sich nicht beteiligt und die Wahl auf Was-f\u00fcr-unten-rum-Flo und Komakellen-Schubert stellte sich bald als Griff ins Klo heraus. Schlussendlich machte ausgerechnet die Fl\u00f6te Marn das Rennen, dem hier noch eine Packung Toffifee versprochen wird.<\/p>\n<p>Dass die zweite Flasche alsbald ge\u00f6ffnet wurde und mir schon bald die Schwei\u00dfperlen ob des Nachschubs auf der Stirn standen, soll genauso wenig unerw\u00e4hnt bleiben, wie die Tatsache, dass mit steigendem Alkoholkonsum die Franz\u00f6sischkenntnisse der Mitglieder f\u00fcr gew\u00f6hnlich ins Unendliche steigen. Unvergessen ist der viel zitierte <em>Tour Eiffel dans mon pantalon<\/em> &#8211; ich hingegen konnte kurz vor Ankunft in Frankfurt mit einer Simultan-\u00dcbersetzung von Oscar Wilde die umsitzenden und zum Teil l\u00e4ngst angewiderten Mitfahrer beeindrucken.<\/p>\n<p>Zum Schwei\u00df-Trocknen wurde in Darmstadt zun\u00e4chst einmal der Nachschub organisiert (in meinen Notizen hei\u00dft es dazu: \u201eRewe ne \u00d6ke\u201c), ehe uns Wuschner mit einer futuristischen Leasing-Karre des SVD zun\u00e4chst mehrfach in den Tod und sp\u00e4ter durch den ber\u00fchmt ber\u00fcchtigten Tunnel fuhr.<br \/>\nW\u00e4hrend des kurzen Zwischenstopps in seiner \u201eWohnung\u201c war ich froh, durch den Alkohol l\u00e4ngst bet\u00e4ubt zu sein \u2013 diese Crackh\u00f6hle von Haus h\u00e4tte gut und gerne der Drehort von Saw 12 sein k\u00f6nnen. Seine Mitbewohner sind offensichtlich an abwechselnden Abenden so besoffen, dass sie sich an jeweils nichts mehr erinnern oder sind verdammt hei\u00dfe T\u00e4ubchen, die sich allen und jedem zur Begr\u00fc\u00dfung erstmal nur im Handtuch pr\u00e4sentieren (na immerhin &#8211; oh la paloma blanca!). Und ja, Jan Sauerland war nat\u00fcrlich nicht da. Der hatte am Vortag wohl zu viel geschmissen und war noch immer nicht wach. Ijot!<\/p>\n<p>Wuschner hatte wie \u00fcblich f\u00fcr Programm gesorgt: Ankunft am B\u00f6llenfalltor mit Zaunsturm und Schweinebammel am Wellenbrecher, danach kleiner Plausch und Foto mit Peter Niemeyer, der sichtlich erfreut war und stolz von seinem 2:4 in Frankfurt erz\u00e4hlt hat und schlie\u00dflich ein Interview mit dem m\u00fcrrisch gelaunten Sandro Wagner (der, wie wir mittlerweise wissen, trifft wann er will). Da konnte man kurz glauben, dass Wuschner ne ganz gro\u00dfe Nummer beim SVD ist \u2013 wie er mit all den Spielern feixt und hier und da Handshakes verteilt \u2013 aber dann war da sein B\u00fcro, das nicht mal mehr als Legebatterie getaugt h\u00e4tte und die Tatsache, dass wir mit der kr\u00fcppeligen Tram und nicht mit dem futuristischen Auto zur\u00fcck zum Hauptbahnhof (\u201eRewe noch ne \u00d6ke\u201c) und dann mit dem Zug mit der Schickeria \u00fcber Mainz nach Wiesbaden mussten.<br \/>\n<img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-full wp-image-1040\" src=\"https:\/\/www.gruppa-sued.de\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/20150926_114022.jpg\" alt=\"20150926_114022\" width=\"3050\" height=\"2310\" srcset=\"https:\/\/www.gruppa-sued.de\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/20150926_114022.jpg 3050w, https:\/\/www.gruppa-sued.de\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/20150926_114022-330x250.jpg 330w, https:\/\/www.gruppa-sued.de\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/20150926_114022-1056x800.jpg 1056w, https:\/\/www.gruppa-sued.de\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/20150926_114022-624x473.jpg 624w\" sizes=\"(max-width: 3050px) 100vw, 3050px\" \/><br \/>\nDie Art und Weise, wie wir uns dem Wiesbadener Stadion, das den Namen eines Wasserfilterherstellers tr\u00e4gt, n\u00e4herten, lie\u00dfen Erinnerungen an den nie gel\u00f6sten Orientierungskonflikt aus Pisa in mir aufsteigen \u2013 p\u00fcnktlich zur 10. Spielminute waren wir drin \u2013 das \u00d6ken-Verstauen war dank Wuschners Lokalprominenz auch gar kein Problem. Zum Spiel (gegen Rostock, falls das wichtig ist) fanden sich etwa 3000 Zuschauer ein \u2013 darunter 15 v\u00f6llig \u00fcberforderte Ultras der Gruppe Surpremus Dilettanti und etwa 600 lautstarke Rostocker, die ziemlich gut durchsupportet haben, und das obwohl ihr Team ab der 40. unberechtigterweise zu zehnt nach gelb-rot und berechtigterweise nach 89 Minuten nur noch zu neunt (glatt rot) spielte \u2013 da ist ein 0:0 dann aber auch was wert. Unterhaltsamer als das Spiel war das Stadionmagazin, das f\u00fcr alle kommenden Gegner entsprechende Artikel vorweisen konnte. Diese stehen der Unsinnigkeit dieses Berichts in nichts nach und beginnen f\u00fcr Fortuna K\u00f6ln z. B. mit den Worten \u201eIntergalaktische Raumschlachten, spektakul\u00e4re Laserschwertk\u00e4mpfe, legend\u00e4re Charaktere\u2026\u201c \u2013 schlie\u00dflich wird dem Gegner gew\u00fcnscht, \u201edie Macht m\u00f6ge diesmal nicht mit ihnen sein\u201c, wenn es um das \u201eKreuzen der sportlichen Laserschwert-Klingen\u201c geht\u2026 naja, warum auch nicht, da f\u00e4llt dann die Br\u00fccke zum Stuttgarter Feuerwehrmuseum auch nicht auf, wenn es darum geht, die Kickers als Gegner vorzustellen.<\/p>\n<p>Nach Entgegennahme der \u00d6ke und krassen KSC-Grafs ging es zur\u00fcck nach Darmstadt: Dass auf der Pizza Vegetaria Speziale Pilze sind, damit h\u00e4tte man irgendwie rechnen k\u00f6nnen, na egal \u2013 auf der sch\u00f6nsten Sonnenterrasse Darmstadts schmeckte die trotzdem, sodass die Abendplanung angegangen werden konnte. Nach 15 Stunden Dauer-Futschi war auch irgendwann egal, ob wir in die Proletenabsteige A5 oder in den Hipsterschuppen Weststadtcaf\u00e9 gehen w\u00fcrden \u2013 die Crack-WG f\u00fcllte sich unabh\u00e4ngig davon ganz gut, M\u00e4dels (und das konnte Lady-Luke ganz genau sehen und noch genauer riechen) synchronisierten auf Klo ihre Menstruationszyklen und so hingen wir noch ewig bei Pfeffi und Futschi und Musik und dem Gestank aus dem K\u00fchlschrank auf der einzigen Sitzgelegenheit in der Wohnung, ehe der Wanderausflug &#8211; Kategorie anspruchsvoll &#8211; zum Weststadtcaf\u00e9 begann. Wie von mir nicht anders prophezeit war es m\u00e4\u00dfig \u2013 die bis hier hin sehr lange Anfahrt machte sich bei Luke und mir langsam bemerkbar \u2013 nur Wuschner, der zwischenzeitlich auf Wasser umgestiegen war, war einigerma\u00dfen fit. Egal, den Terpentin-Libre hab ich nicht mehr runter bekommen und wir sind f\u00fcr fast zehn Euro (ja, kann man ja mal laufen) mit dem Taxi zur\u00fcck zu Wuschner und dem dort ans\u00e4ssigen Burger King. Luke scheint stark gelitten zu haben in der Nacht \u2013 jedenfalls war er am n\u00e4chsten Tag nicht mehr f\u00fcr Futschi zu haben, stattdessen gab es k\u00f6nigliches Fr\u00fchst\u00fcck.<\/p>\n<p>Dass Wuschner nach dem verkorksten Weg zur Wiesbadener Arena nun auch noch die Anfahrt nach Frankfurt verkackt hat, war wohl dem Suff zu verdanken \u2013 da h\u00e4tte man drauf kommen k\u00f6nnen, als er am Vorabend mit glasigen Augen wild durcheinander Abfahrtszeiten rezitierte. Egal \u2013 der Eurocity hat es auch gemacht. Vor Ort nat\u00fcrlich das gro\u00dfe Schwitzen: Wenn Jakob zwar auch vor jedem Ausw\u00e4rtsspiel warnt, und sei es bei Germania Sch\u00f6neiche, man solle doch aufpassen, so ist der Hinweis in Frankfurt wohl wirklich mal angebracht. Derjenige, bei dem eine Ausw\u00e4rtsfahne um den Bauch am wenigsten auff\u00e4llt, transportierte dieselbige dann mit stoischer Ruhe durch die Hardcore-Hooligan-Mobs, die in Frankfurt an jeder Ecke standen. Wuschner hatte sich zwischenzeitlich zur\u00fcckfallen lassen, um nicht zu sehr aufzufallen \u2013 ich glaube ein Schild, das uns als Berliner mit Ausw\u00e4rtsfahne im Gep\u00e4ck ausweist, h\u00e4tte uns nicht auff\u00e4lliger gemacht.<\/p>\n<p>Mal kurz zum Spiel: 1:1. Alle einigerma\u00dfen zufrieden.<\/p>\n<p>Die Fahne blieb bei Cody, wir konnten z\u00fcgig den R\u00fcckweg antreten und schon kurz nach 6 den ICE nach Berlin betreten \u2013 anders als die Hinfahrt, wurde die R\u00fcckfahrt ohne Alkohol angegangen, daf\u00fcr aber mit \u00e4hnlich viel d\u00fcnnem Gelaber\u2026 falls es demn\u00e4chst im Appstore eine iWank-App gibt, wisst ihr warum.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zuschauer: 46.000 Frankfurt away &#8211; zyklische \u00d6ken in Darmstadt Ausw\u00e4rts bei der Eintracht, Sonntag, 15:30. Was liegt da n\u00e4her, als sich am Samstag um 5:20 am Berliner Hauptbahnhof einzufinden (und damit, man kann es kaum fassen, noch fr\u00fcher loszufahren als noch vor einigen Tagen, als es ins deutlich weiter entfernte Wolfsburg ging)? 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