{"id":200,"date":"2009-03-26T10:40:32","date_gmt":"2009-03-26T08:40:32","guid":{"rendered":"https:\/\/www.gruppa-sued.de\/?p=200"},"modified":"2022-09-18T18:12:33","modified_gmt":"2022-09-18T16:12:33","slug":"cannstatt-hertha-bsc-20-21-03-09","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gruppa-sued.de\/?p=200","title":{"rendered":"Cannstatt &#8211; Hertha BSC (2:0) (21.03.09)"},"content":{"rendered":"<p>Der geneigte Leser von Gruppa S\u00fcd Berichten wird schon sehnlichst Zeilen erwartet haben, die etwas von der gro\u00dfen Euphorie auffangen, die derzeit in Berlin rund um den Hauptstadtklub Nummer Eins gelebt wird. Doch zu viele Jungs in der Bande l\u00fcmmeln lieber im Tee rum als mal einen Bericht zu verfassen. Aber hier geht\u2019s gar nicht ums meckern.<br \/>\nVerdammte Schei\u00dfe die alte Schrulle Hertha ist auf einmal gar nicht mehr so schrullig, sondern spielt \u00e4u\u00dfert effektiven, mehr als sonst, sogar ansehnlichen Fu\u00dfball. Wir sind Tabellenf\u00fchrer! Die ganze Liga kotzt, denn Hertha will dort oben keiner sehen. Wenn es auch nur eine Momentaufnahme ist, das Leben gleicht derzeit einem sch\u00f6nen Spielfilm. Die Experten bereden, wie viele Chancen Hertha auf den Meistertitel hat! Lest Euch den Satz noch mal durch. Denn, die meinen das ernst. Es sind keine Kabarettst\u00fccke, sondern \u00fcblich banale, doch \u2013 wie gesagt \u2013 ernsthafte Diskussionen. Wir haben 10 Heimspiele in Folge gewonnen. Wir haben sogar in Cottbus gewonnen. Wir haben mit Hoffenheim, den Bayern und Leverkusen vermeintliche Titelaspiranten dieser Saison geschlagen. Hertha ist wieder wer. Wie es auf dem Spruchband gegen Bayer Leverkusen zu lesen war: WIR SIND STOLZ WIE BOLLE! <!--more--><br \/>\nHeute war dann wieder eine Ausw\u00e4rtsfahrt dran. Ausw\u00e4rts spielt Hertha lange nicht so konstant in dieser Saison wie zu Hause und ehrlich gesagt konnte ich mit keiner k\u00f6rperlichen Funktion eine Vorstellung davon erreichen, wie es gewesen w\u00e4re, h\u00e4tten wir auch heute gewonnen. Den Namen der Stadt, in die wir heute laut Spielplan reisen mussten, lasse ich aus Respekt f\u00fcr unsere Karlsruher Freunde einfach mal raus. Vor dem Sonnenaufgang fanden sich die Herthafanatiker (darunter etliche kaputte Leute, die sich keinen moralischen Grunds\u00e4tzen unterwerfen wollen) in West-Berlin ein, um mit zwei Doppeldecker Bussen (darunter mindestens ein kaputter, der sich keinen Sicherheitsma\u00dfst\u00e4blichen Grunds\u00e4tzen unterwerfen will) die TagundNachtfahrt anzutreten. Die Hinterbusbesatzung war etwas ausged\u00fcnnt (es fehlten unter anderen zwei unvergleichliche Haarsch\u00f6pfe) und moralisch absolut die unterste Kategorie heute. Pfui Igitt B\u00f6ses Baby Kitty Schmidt. Das ist jetzt keine Anspielung auf irgendetwas, sondern nur der Versuch einer anklagenden Entr\u00fcstungsausrufung. Dank geb\u00fchrt gleich Schubi (nicht Bierb\u00fcchsenschubi), der ein magnetisches Schachbrett dabei hatte und sich mir auf den bekannten schwarz-wei\u00dfen Feldern stellte. Eine wichtige Ablenkung bei all dem Faschismus, der sicher nur mir galt, weil ich mich so kolossal dar\u00fcber aufregte. Der Kroate kannte wahnsinnig viele Witze (von denen jeder, egal welcher Kategorie er zuzuordnen war, absolut grenz\u00fcberschreitend war). Der T\u00fcrke aber hat im inoffiziellen Wettbewerb in meinen Augen gewonnen, weil er den Witz vom Igel erz\u00e4hlte. Festzuhalten ist, dass der Bruder der Sektion Gruppo-Verbot (bei der es heute fast geknallt h\u00e4tte, jedenfalls gab es Meinungsverschiedenheiten innerhalb dieser Bande) seine St\u00e4rken nicht im Witze erz\u00e4hlen hat. Vielleicht kann er gut Klavier spielen, h\u00e4tte der verst\u00e4ndnisvolle P\u00e4dagoge (nicht Demagoge) gesagt. Wichtig bleibt noch der Unterschied zwischen karitativ und karikativ und die Erw\u00e4hnung der besoffenen Unterhemdfraktion im Unterbus, die in Sachen Party heute die Hosen unangefochten anhatte; und dann waren wir auch da \u2013 in der Stadt aus blo\u00dfem Beton. Sieht das dort alles kolossal langweilig aus. Na, ich wollte \u00fcber die Stadt sowieso nichts schreiben. \u00dcber die Anh\u00e4nger des dortigen Fussballvereins \u00fcbrigens auch nicht wirklich. Aus n\u00e4herer Distanz ward keiner gesehen. Im Stadion, das nicht so h\u00e4sslich, wie seine Bauweise sch\u00e4ndlich ist, f\u00fcr die Akustik, protestierten sie mit Spruchb\u00e4ndern gegen Stadionverbote. Zu h\u00f6ren war nicht viel, aber, wie gesagt auch die Bauweise des Stadions wird daran Anteil gehabt haben. Wir waren, um es gleich vorwegzunehmen, \u00fcbrigens auch nicht gut. Gerade als Dank f\u00fcr die geile Mannschaftsleistung ist meiner Meinung nach mehr gefordert!<br \/>\nHervorzuheben ist, dass wir heute mal wieder mehr an Stadionmaterialien (Schwenkfahnen, Doppelhalter etc.) erlaubt bekamen als sonst. Es gibt zwar keinen logischen Grund, Materialien \u00fcberhaupt zu beschr\u00e4nken, dennoch ist das schon ein Fortschritt zu anderen Stadien und Spielen.<br \/>\nEin Harlekins-Spruchband gab es f\u00fcr einen schwererkrankten Unioner, dem man nur sehnlichst w\u00fcnschen kann den Kampf zu gewinnen. Es gab auch heute wieder eine Schweigeminute f\u00fcr die Opfer von Winnenden. Peinlich, dass manche meinen sich in dem Moment profilieren zu m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Dann begann das Spiel.<br \/>\nE E Ebert hat uns einen B\u00e4rendienst erwiesen und so kam die in letzter Zeit feste Formation durcheinander. Als nach kurzer Zeit auch noch Arne Friedrich verletzt raus musste wurde nicht nur mir mulmig. Voronin schoss nach Zehn Minuten schweinemillimeter knapp am Tor des Schalker Schweins vorbei. Die Heimmannschaft war danach in allen belangen besser und gewann verdient am Ende mit 2:0, durch zwei Tore zu Beginn der zweiten Halbzeit. Es h\u00e4tte gar noch h\u00f6her ausfallen k\u00f6nnen. Hertha wirkte Ideenlos \u00fcber weite Strecken des Spiels. Die Einwechslung von Pante brachte nichts. Ist die Zeit des gro\u00dfen St\u00fcrmers wirklich schon komplett vorbei?<br \/>\nTja, wieder einmal war das Spiel der gro\u00dfe D\u00e4mpfer. Wir m\u00fcssen bei 4 Mannschaften im R\u00fccken aufpassen, soviel ist nat\u00fcrlich klar.<br \/>\nAber meckern will ich \u2013 wie gesagt \u2013 nicht. Wir sind Erster!<\/p>\n<p>Zur\u00fcck an den Bussen war ich \u00fcber die geringe Bullenanzahl verwundert. Aber wie schon bei der Ankunft, so sollten deeskalierende Ma\u00dfnahmen aussehen! Alles lief entspannt ab. Nur fragt man sich ob dahinter schon wieder eine spezielle Taktik stand. Wollen die, dass Herthafans und Heimfans sich mal begegnen k\u00f6nnen? Wir verabschiedeten die Exulanten und anders fahrenden der ber\u00fchmten Gruppa (zum Beispiel Br\u00fcstetimo und Sexmichi) und brachen auf zur ewigen R\u00fcckfahrt.<br \/>\nBeim Fastfoodgesch\u00e4ft (wann brennt die endlich einer ab?!!) wurde Tomas Uifalusi von einem Hardcore Schwaben angemacht. Der Kerl, Vater eines Jungen, der sich nicht die Haare w\u00e4scht und Oberlippenflaum tr\u00e4gt, rutschte mit seinem Sessel 10 Meter an Sergio Zarate ran und quasselte in seiner Sprache wie wild drauf los. Wir drehten uns alle erschrocken weg. Doch D\u00f6rflein war ein sittlicher Mann und stand dem Kerl Rede und Antwort: \u201eJa\u2026ne glaub ich nicht das Wolfsburg Meister wird.\u201c. \u201eNe\u2026glaub ich nicht.\u201c. \u201eHm\u2026 ja \u2026 muss man abwarten.\u201c. \u201eJa\u2026 na denn..ja klar.\u201c Der \u2013 ich nenne ihn weiterhin so \u2013 Kerl war \u00fcbergl\u00fccklich und prasselte noch gesch\u00e4tzte 1000 S\u00e4tze hinter her, bis es auch Ernesto Che zu bunt wurde und er g\u00e4nzlich schwieg, ja sogar einen Aufstehversuch andeutete. Ab in den Bus und weiter durch die Nacht. Nach den moralischen Ausf\u00e4llen des Hinterbusses, schlief der Gro\u00dfteil ein. Schubi lie\u00df sich noch zu ner Partie hinrei\u00dfen. Der Vorderbus nervte etwas (es geh\u00f6rt dazu, dass man schlecht \u00fcber den Vorderbus redet. Das ist politisch.). Der Unterbus schlug heftig Alarm, bis uns in den fr\u00fchen Stunden vor dem Morgengrauen der Funkturm anstrahlte.<\/p>\n<p>Fazit: Wir m\u00fcssen schei\u00df Dortmund schlagen! Unbedingt!<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><a href=\"https:\/\/www.gruppa-sued.de\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/VfB027.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"aligncenter size-full wp-image-205\" alt=\"VfB027\" src=\"https:\/\/www.gruppa-sued.de\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/VfB027.jpg\" width=\"640\" height=\"426\" srcset=\"https:\/\/www.gruppa-sued.de\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/VfB027.jpg 640w, https:\/\/www.gruppa-sued.de\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/VfB027-176x117.jpg 176w, https:\/\/www.gruppa-sued.de\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/VfB027-375x250.jpg 375w, https:\/\/www.gruppa-sued.de\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/VfB027-624x415.jpg 624w\" sizes=\"(max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/a>kbk 2009<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der geneigte Leser von Gruppa S\u00fcd Berichten wird schon sehnlichst Zeilen erwartet haben, die etwas von der gro\u00dfen Euphorie auffangen, die derzeit in Berlin rund um den Hauptstadtklub Nummer Eins gelebt wird. 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