{"id":207,"date":"2009-02-09T10:44:42","date_gmt":"2009-02-09T08:44:42","guid":{"rendered":"https:\/\/www.gruppa-sued.de\/?p=207"},"modified":"2022-09-18T18:12:33","modified_gmt":"2022-09-18T16:12:33","slug":"bielefeld-hertha-bsc-11-6-02-09","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gruppa-sued.de\/?p=207","title":{"rendered":"Bielefeld &#8211; Hertha BSC (1:1) (6.02.09)"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/www.gruppa-sued.de\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/bie-bsc1.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"size-full wp-image-208 alignnone\" alt=\"bie-bsc1\" src=\"https:\/\/www.gruppa-sued.de\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/bie-bsc1.jpg\" width=\"595\" height=\"408\" srcset=\"https:\/\/www.gruppa-sued.de\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/bie-bsc1.jpg 595w, https:\/\/www.gruppa-sued.de\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/bie-bsc1-365x250.jpg 365w\" sizes=\"(max-width: 595px) 100vw, 595px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Gute Arbeit wurde geleistet und so stand f\u00fcr den heutigen Freitag (!) ein Sonderzug in Berlin-Lichtenberg bereit um uns Raufbolde im gr\u00f6\u00dferen Stil nach Ostwestfalen zu karren. 400 Leute mussten geworben werden, damit der Zug auch wirklich zu Stande k\u00e4me. Letztendlich waren es 683 Freaks. Fein fein. So konnte das Bild vom treppenartigen Bahnhofsvorplatz in Bielefeld gerammelt von Herthanern besetzt werden. Doch noch mal zur\u00fcck zur Abfahrt: \u00dcber der rollenden Bar reservierte sich das Ultra-Personal ein Abteil, das f\u00fcr heute viel zu klein war. Ich hing meinen gef\u00e4hrlichen Hooligan-Parker an den Haken, bat Schr\u00e4nky nen Blick auf meine Kleinodsammlung zu werfen und bestellte f\u00fcr meine letzte Courantmark im Portemonnaie einen Bierbecher. Mein Bart war wieder m\u00e4chtig gewachsen, fast schon war ich so ne gro\u00dfe Nummer wie der Kapit\u00e4n Leutnant von U 96 kurz vor Gibraltar. Doch irgendwie scheint das nicht mehr so modern zu sein heute. Ich bin doch auch ein ganz gew\u00f6hnlicher Jugendlicher! Na entscheidend ist, dass festgelegt wurde, dass sich hier niemand mehr rasiert wenn Hertha Meister wird. Zu mindest ich legte das fest f\u00fcr alle. <!--more--><br \/>\nIn Spandau stieg auch der letzte Rest der Gruppa (mit B\u00fcchsenbierschubi) ein und ich konnte meinen Becher nachf\u00fcllen. Wie eine richtige Sudelatze goss ich mir dann einen Schluck auf den Scho\u00df und entschied mich von der Gruppa zur Gruppo zu wandern. Wie lange wurde nicht mehr anst\u00e4ndig auf ner Ausw\u00e4rtsfahrt gesungen? Also schlugen wir die Pauke und schmetterten flairschaffend ein paar \u00e4ltere Songs, die aber nie gesungen wurden und somit doch eigentlich neu sind. Hier Freunde, in alter Manier, 2 Liedtexte aus diesem Reigen:<\/p>\n<p>1. \u201eUnsere Mannschaft ist \u00fcberall bekannt, mehr gehasst als geliebt: Dit is die Alte Dame HERTHA BSC und wir holn den Sieg!\u201c<br \/>\n2. \u201eJa wir werden gewinnen, wir werden gewinnen, ihr werdet es sehn. HERTHA BSC wird heut als Sieger vom Spielfeld gehn.\u201c<\/p>\n<p>Die Gruppo sorgte, flairschaffend, f\u00fcr Nebel und die Laune war blendend. So soll doch das Leben sein. Einfach mal auf einem Freitagnachmittag ausw\u00e4rts fahren und aus Lust am Leben am Rad drehen. Ich muss erw\u00e4hnen, dass die Zugbullen und auch die beiden Schaffnerboys ziemlich locker waren. Kleinere Sch\u00e4den am Zuginnenleben und st\u00e4ndiger Qualm veranlassten sie nicht, wie sonst, Ma\u00dfnahmen zu ergreifen. Sehr vorbildlich.<br \/>\nViel zu schnell in Bielefeld angekommen hatte sich eine Bullenkette (sollte man sich nicht um den Hals h\u00e4ngen) formiert und schirmte zwei befreundete Gewaltt\u00e4ter (die auf anderem Wege gekommen waren) von uns ab: Brumm und Zottel. Beide waren wild gestikulierend dabei sich Zutritt zum Hauptmob gestatten zu lassen. Aber mit der Kette war nicht zu reden. Also pr\u00e4sentierte ich spontan meine Brust und lie\u00df die Kettenaugen die Buchstaben meines Obergewandes mit den identischen von Brumm und Zottel vergleichen. Das funktionierte. Sehen k\u00f6nnen sie also. Der Umzug durch die historische Altstadt von Bielefeld konnte dann beginnen. Die erw\u00e4hnte Exkette (sie hatte eine neue Formation angenommen) versuchte uns auf den Gehweg zu lotsen, was misslang. Dann versuchten sie uns auf eine der beiden Fahrbahnen zu lotsen, was fast gelang. Die blau-wei\u00dfe Schar hatte das sagen (das bedeutete akustisch HA HO HE in allen Gassen), so soll es auch sein.<br \/>\nUm den Bericht abzuk\u00fcrzen tauchen wir jetzt in den vollen G\u00e4steblock der Bielefelder Alm ein. Die Zaunfahnen hingen, so gut \u2013 oder eher schlecht \u2013 es ging, die Mannschaften wollten den Tunnel verlassen und wir empfingen den Deutschen Meister mit Wunderkerzen. Ein sch\u00f6nes Bild, leider nur von kurzer Dauer und zu fr\u00fch, da man mit dem Platzbetreten noch wartete. Ein Bielfelder Abwehrspieler hatte sich den Schl\u00fcpper noch nicht hochgezogen. Was solls, geil war es trotzdem.<br \/>\nErnsthaft schweinlaut regierten wir dann die Anfangsminuten des Spiels. Die Herren auf dem Platz schienen es zu vernehmen, Hertha st\u00fcrmte und Andrey Voronin traf zum 1:0. Das hatte ich aber nicht gesehen. Gerade hie\u00df es \u201ealle einhaken\u201c, dann pl\u00f6tzlich lagen 10 Menschen auf mir drauf, die vorherigen Einhakpartner hingen wie Affen am Zaun und wiesen die Bielefelder auf ihre Geilheit hin. Die F\u00fchrung war also geschafft. Hinter mir flackerte helles Licht, das Blinkbengalen erzeugten. Juhuu, Kumpels, wir sind Meister, zumindest Tabellenf\u00fchrer. So was muss gefeiert werden. Leider nur warf Vollhonk X einen B\u00f6ller in die N\u00e4he eines Herthafans auf der Gegengerade. Wie bekloppt kann man eigentlich sein? Nicht nur das es wirklich gesundheitlich f\u00fcr jemanden schief gehen kann. Auch hat man schon oft geh\u00f6rt und erlebt wie die Militanten Schwarzen (fr\u00fcher mal Gr\u00fcne) oder die Oberpfeife darauf reagieren (Stichwort Frankfurt-N\u00fcrnberg). Wir feierten also die Meisterschaft und die geilste Mannschaft der Welt, w\u00e4hrend Voronin gleich noch mal an die Latte semmelte. Dann nach 28 Minuten Meisterfeier traf der, der treffen muss gegen Hertha: Arthur Wichniarek. Thorben Marx \u00fcbrigens trat zwei Ecken vor unserem Block, danach lie\u00df er einem anderen den Vortritt. F\u00fcr meinen Geschmack war die \u201eKritik\u201c am zweiten Ehemaligen etwas zu derb. Aber so was \u201emusst Du als Profi wegstecken\u201c sag ich mal im Fernsehexpertenslang. Hertha verlassen ist keine gute Idee. (Kennt jemand Ramelow?)<br \/>\nIn der n\u00e4chsten Halbzeit sahen die 20.700 Zuschauer auf der Alm erst Efel janz jem\u00fctlich, Beutelschwenkend, auf seinen Platz schlendern und dann eine st\u00e4rker werdende Arminia. Hertha tat in meinen Augen zu wenig. 2-3 Chancen gab es noch, doch genutzt wurden sie nicht. 1:1 ist besser als zu verlieren (was wir ja durchaus k\u00f6nnen in Bielfeld, obwohl man so was eigentlich nicht kann), doch ein Sieg w\u00e4re \u2013 das klingt jetzt etwas simplizistisch \u2013 einfach besser gewesen.<br \/>\nUnseren Auftritt im G\u00e4steblock fand ich durchweg gut, auch wenn es nat\u00fcrlich manchmal Phasen gab, die Phasen waren \u2013 zum Gl\u00fcck.<br \/>\nBielefeld verkackte die Choreo, hat sich stimmungsm\u00e4\u00dfig aber gebessert im Vergleich zu den letzten Jahren. Gut, die Lieder singt in der Liga jeder (die Kr\u00f6nung war wohl \u201eDie selbe Unterhose an\u201c), aber wenigstens h\u00f6rt man jetzt mal irgendwas. Die Fettkatzen-Fahne hing.<br \/>\nDurch den typischen roten Matsch vorm Stadion watschelten wir in Richtung Bahnhof. Kurz wurde noch mal gestoppt, da die Kette eine polizeiliche Ma\u00dfnahme durchzuf\u00fchren gedachte. Kollegialit\u00e4t zahlt sich manchmal doch aus und so beschleunigten sie ihren Vorgang f\u00fchlbar, als wahrgenommen wurde das wir eine Atze niemals zur\u00fccklassen. Bleibt einer, bleiben alle.<br \/>\nW\u00e4hrend des Wartens berichtete mir \u00fcbrigens Krawallfreddi, jemand habe ein Kettenglied gefragt ob es hier irgendwo einen Sp\u00e4tkauf g\u00e4be. Der Befragte antwortete: \u201eNee gibt\u2019s nicht. \u00c4h, was ist denn ein Sp\u00e4tkauf?\u201c. Ach mein Berlin!<br \/>\nBei der R\u00fcckfahrt half ich etwas in der Bar mit (verteilte Pfandmarken oder hielt den Kasseneimer) w\u00e4hrend sich die anderen \u00fcbel benahmen. Wieder mal war alles nass (das kennt man). Heute war aber das besondere, dass in der Decke eine Schraube fehlte. Durch das entstandene Loch tropfte nun, bald flie\u00dfend, Br\u00fche. Im Oberzug muss es wohl auch Rund gegangen sein (hab geh\u00f6rt Arno lag da im Dreck?). S\u00f6ren hielt gleich die Zunge unter das flie\u00dfende Nass und attestierte einen leichten (!) Biergehalt in der Fl\u00fcssigkeit. Stichwort Bier. Das war schon vor Hannover alle. Daher wurden Hannoveraner angerufen, mal Bier ranzukarren. Das hatten sie auf die schnelle nicht geschafft, aber auf dem Bahnsteig stand trotzdem eine Abordnung und gemeinsam feierten die Berliner und Hannoveraner Schluckis spontan die k\u00fcnstliche Pause. Am beliebtesten war der Song \u201eEin Bier, ein Korn lalalalalalalala und dann von vorn lalalalalalala\u201c und der Schlachtruf \u201eSaufen, saufen, jeden Tag nur saufen\u201c. Die Bahnhofsbev\u00f6lkerung wird wohl die Stirn gerunzelt haben. Hannoverzottel verabschiedete uns mit extravaganten Posen und die Fahrt erlebte ihre letzte Etappe. Ich verkaufte noch 3-4 Softdrinks (die gingen nicht so) und beim Anblick des jungen Gl\u00fccks gegen\u00fcber von mir musste ich schmunzeln, da es inmitten zahlreicher Assis sa\u00df. Teilweise erbrach man sich daneben, oder sch\u00fctte sich Eimer in den Schlund. Ein sch\u00f6ner Gegensatz. Warum war kein K\u00fcnstler zur Stelle und malte diese Szenerie zeitgen\u00f6ssischer Widerspr\u00fcchlichkeit?<br \/>\nBrother Zarate umschrieb die Situation irgendwie mit dem \u201eKaffeesatz der Gesellschaft\u201c oder so \u00e4hnlich. Er muss mir das noch mal genauer erkl\u00e4ren. Der Boden der Gesellschaft jedenfalls blieb bis Berlin sehr nass. Von der \u00fcbertriebenen Kettenreaktion am Bahnhof Friedrichstra\u00dfe bekam ich zum Gl\u00fcck nichts mehr mit, da Spandau heute mein Endbahnhof war. Dennoch muss es eine \u00fcbertriebene Dreistigkeit gewesen sein uns Heimkehrer so zu empfangen.<\/p>\n<p>Fazit: Schr\u00e4nky sagte, er sei mit dem Punkt zufrieden, wegen der Abhebungs-Thematik. Da hat er wohl nicht ganz unrecht.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">kbk 2009<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gute Arbeit wurde geleistet und so stand f\u00fcr den heutigen Freitag (!) ein Sonderzug in Berlin-Lichtenberg bereit um uns Raufbolde im gr\u00f6\u00dferen Stil nach Ostwestfalen zu karren. 400 Leute mussten geworben werden, damit der Zug auch wirklich zu Stande k\u00e4me. Letztendlich waren es 683 Freaks. Fein fein. 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