{"id":2124,"date":"2018-09-25T23:27:31","date_gmt":"2018-09-25T21:27:31","guid":{"rendered":"https:\/\/www.gruppa-sued.de\/?p=2124"},"modified":"2022-09-18T18:12:28","modified_gmt":"2022-09-18T16:12:28","slug":"werder-bremen-hertha-bsc-31","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gruppa-sued.de\/?p=2124","title":{"rendered":"Werder Bremen &#8211; Hertha BSC 3:1"},"content":{"rendered":"<p>Zuschauer: 39.100<\/p>\n<p>Ihr k\u00f6nnt euch es sicherlich vorstellen oder seid selbst schon diesen h\u00f6chst steinigen Weg gegangen: Motiviert w\u00e4hrend einer Ausw\u00e4rtsfahrt sagt ihr den entsprechenden Bericht zu, macht euch eventuell sogar Notizen und dann\u2026 ja, und dann\u2026 dann gammeln die losen Ideen und die mit jedem Tag seltsamer anmutenden Notizen vor sich hin, bis es irgendwann zu sp\u00e4t ist. So wie jetzt \u2013 dabei hatte ich es mir in meiner riesigen Motivation und dank des Umstandes, dass ich Urlaub habe, so sch\u00f6n ausgemalt: Die ersten Zeilen h\u00e4tten vor dem Abflug zu dem Spiel folgenden Urlaub am Flughafen Tegel entstehen sollen. Im Terminal. Da w\u00e4ren Leute wie von selbst auf die interessante Frage gekommen, was dieser adrette Typ da wohl in sein Notebook h\u00e4mmert. Den Quartalsbericht eines Multi-Milliarden-Konzerns? Den Songtext seiner neuen Hitsingle? Candy-Crush? Und all die Vorstellungskraft h\u00e4tte nicht ausgereicht, um darauf zu kommen, um was es sich hier wirklich handelt: All die absurden Dinge, die auf einer Ausw\u00e4rtsfahrt passieren und besprochen werden. Das Leben als Gruppisti. Die Chroniken der Gruppa S\u00fcd. In Farbe.<\/p>\n<p>Also Handy-Notizen gez\u00fcckt und mal schauen, was sich da rekonstruieren l\u00e4sst. Nicht aufgeschrieben im 3.-Welt-Terminal in Tegel, sondern auf einem sommerlichen Balkon mit Blick \u00fcber die albanische Riviera.<\/p>\n<p>Bremen away \u2013 ausgerechnet an einem Dienstag. Andererseits, wie viele Vereine gibt es schon, die irgendwie besser gewesen w\u00e4ren an einem Dienstag? Wolfsburg war ja schon, Hamburg ist raus aus der ersten Liga\u2026 gut, wenigstens Hannover h\u00e4tte es sein k\u00f6nnen. Mir war es gleich, hatte ja Urlaub, aber die ung\u00fcnstige Ansto\u00dfzeit und das weit entfernte Weserstadion f\u00fchren nat\u00fcrlich zu einer eher ungew\u00f6hnlichen Besetzung des Neuners: Neben den \u00fcblichen Gruppa-Mitgliedern (eh alles Studenten) gesellten sich vor allem Schichtarbeiter und Arbeitslose in unser Gef\u00e4hrt. Also doch der von mir so h\u00e4ufig dementierte Querschnitt der Gesellschaft? Mit mir bis dato unbekannten Mitfahrern und Fahrern (im Sinne von Fahrzeugf\u00fchrern) ging es jedenfalls von der Friedichstra\u00dfe \u00fcber die absurdesten Schleichwege zur Autobahn.<\/p>\n<p>Robi \u00fcbernahm einen Gro\u00dfteil der Unterhaltung der anf\u00e4nglichen Schleichphase, hatte er doch sein bis zur Unkenntlichkeit zerst\u00f6rtes Markentelefon gegen ein neues preiswertes und zugleich chinesisches Modell ausgetauscht \u2013 der Hinterbus staunte nicht schlecht, nicht nur \u00fcber die Funktionen des neuen, sondern auch \u00fcber die Umwidmung des alten zum Flaschen\u00f6ffner. Dem Ruf der progressivsten Gruppe der Kurve wurde man wie immer gerecht, als \u00fcber chinesische Kinderh\u00e4nde, die Unsinnigkeit von Fair-Trade-Phones und Wursthaarmenschen im Allgemeinen gesprochen wurde, ehe man sich gegenseitig und in Stellvertretung aller Gruppa-Mitglieder zur Benutzung von King-Size-Kondomen begl\u00fcckw\u00fcnschte. In meiner Memo hei\u00dft es dazu nur, und das m\u00f6chte ich hier unkommentiert lassen, \u201eDicke Schw\u00e4nze Gruppa S\u00fcd\u201c.<\/p>\n<p>Getragen von so viel Testosteron wurde PP alsbald in die Mangel genommen, hatte der Schlingel doch noch vor(!) der Ausw\u00e4rtsfahrt ein Date mit einer Freundin, die bald sogar seine Begleitung auf eine Halloween-Party w\u00e4re. Der unstillbare Durst nach Gossip, GZSZ-Episoden und vermeintlichen Sex-Geschichten endete bald in Emils trefflicher Zusammenfassung: \u201eW\u00e4re der Neuner ein Fingernagel, dann w\u00e4ren wir der Dreck darunter\u201c. Gut gesagt (w\u00fcrde das \u201eBerliner Fenster\u201c in der U-Bahn attestieren) und Ausschlag genug, sich wieder sachlichen Themen mit Fu\u00dfballbezug zu widmen:<\/p>\n<p>Die gro\u00dfen Drei, diesmal Ausw\u00e4rtsessen!<\/p>\n<p>Dem ge\u00fcbten Beobachter f\u00e4llt auf, wer immer(!) welches Essen mit hat. Die Kategorie zwang sich f\u00f6rmlich auf und so musste ein f\u00fcr alle mal die Liste der gro\u00dfen Drei \u2013 Ausw\u00e4rtsessen \u2013 definiert werden. Weil gleich sechs Mitfahrer befragt wurden, hier die Ergebnisse f\u00fcr die Ewigkeit.<\/p>\n<p>Platz 3 teilen sich H\u00e4hnchen-Streifen von Netto, Fleischpeitschen, Bifi, Haribo Schl\u00fcmpfe und, last but not least, Sprotten (wir erinnern uns gerne an Heidenheim away). Auf Platz 2 schaffen es laut Busbesatzung Knacker, Cabanossi, Prinzenrolle (die billige Kopie reicht), Eierpl\u00e4tzchen, getrocknete Bretzels und zur \u00dcberraschung vieler und auch des eigenen K\u00f6rpers: Gem\u00fcsesticks mit Dip.<\/p>\n<p>Dass der Ausw\u00e4rtsfahrer aber viel lieber mit Liebe zubereitete Speisen auf der Fahrt vertilgt, zeigt Platz 1 der gro\u00dfen Ausw\u00e4rtsessen:<\/p>\n<ul>\n<li>Aufgebackene Br\u00f6tchen mit Schweizer K\u00e4se (eine Nominierung, die im \u00dcbrigen eine lange Diskussion \u00fcber Gruyere nach sich zog),<\/li>\n<li>Harry-B\u00e4cker Riesenstullen mit deutscher(!!!111!elf) Markenbutter und z\u00fcnftigem Bierschinken,<\/li>\n<li>selbst panierte und gebratene H\u00e4hnchenfilets im Br\u00f6tchen,<\/li>\n<li>Hackepeter-Br\u00f6tchen mit Zwiebel und Gurke<\/li>\n<li>und nat\u00fcrlich die zumindest selbst aufgebackene Ausw\u00e4rts-TK-Pizza, bestenfalls am Vortag gebacken und dann \u00fcber Nacht noch leicht warm und deswegen etwas schwitzend in eine aromadichte Lockbox verpacken, sodass sich im Bus ein unvergleichliches Aroma entfalten kann.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Als das gekl\u00e4rt war, hatten wir die Heerstra\u00dfe erreicht, Emil seine Sodastream-Flasche aus dem Schulranzen gekramt, umfunktioniert und die erste Flasche Wilthi bald durch. Entsprechend rapide ging es bergab mit den sachlichen Themen, die durch Geiern auf die am McDonalds ersp\u00e4hte Alica P. und umgedichtete Nena-Lieder auf Wilthener abgel\u00f6st wurden. W\u00e4hrend der Bus zu \u201eDabei waren da im Edeka nur 99 Wilthener\u201c und \u201eWilthi wo Wilthi wie Wilthi wann\u201c abfeierte, rief Wuschel passenderweise zur Wilthener-Gro\u00dfdemo auf: \u201eCola und Wilthener #unteilbar\u201c. Mit 10000 Promille und 20000 Dezibel ging es wegen der fortgeschrittenen Uhrzeit z\u00fcgigst nach Bremen (und noch viel z\u00fcgiger durch diesen Bericht) und damit zum unangenehmeren Teil der Fahrt.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"size-large wp-image-2126\" src=\"https:\/\/www.gruppa-sued.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/IMG_20180925_152401-600x800.jpg\" alt=\"\" width=\"600\" height=\"800\" srcset=\"https:\/\/www.gruppa-sued.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/IMG_20180925_152401-600x800.jpg 600w, https:\/\/www.gruppa-sued.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/IMG_20180925_152401-188x250.jpg 188w, https:\/\/www.gruppa-sued.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/IMG_20180925_152401-624x832.jpg 624w\" sizes=\"(max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><\/p>\n<p>Zum Spiel die wenigen obligatorischen Worte: Relativ verdient verloren. Hertha macht zu wenig, hat am Anfang auch etwas Pech (gepaart mit Unverm\u00f6gen) und l\u00e4sst sich durch solide Bremer den Schneid abkaufen. Da kann man sich im Nachhinein nicht beschweren. F\u00fcr alle, die auf Hintergrundinfos zu Hools und Ultras stehen: Ich kann mich an nichts erw\u00e4hnenswertes erinnen, und so wird auch die Stimmung h\u00fcben wie dr\u00fcben durchschnittlich gewesen sein, obwohl ich bei genauerem Nachdenken den Ausw\u00e4rtsmob im Gegensatz zur Leistung auf dem Rasen ganz ordentlich fand.<\/p>\n<p>Auf Empfehlung von Spamir Nacho parkte unser Gef\u00e4hrt derart beschissen, dass wir es nach kurzem Feindkontakt vorzogen, den sowieso viel zu langen Weg zum Auto mit Taxi zur\u00fcckzulegen. Dieser Fahrt, der kurzen Begegnung mit den Ungewaschenen (Liebe geht raus!) und dem Verpflegungsstopp in Achim war es zu verdanken, dass das Spiel alsbald vergessen war und Schmelle die Fahrt mit dem alten Ich-hab-mein-Handy-an-der-Rastst\u00e4tte-liegen-lassen-K\u00f6nnen-wir-nochmal-zur\u00fcck-fahren-Trick gekonnt um eine weitere Stunde heiterer Lieder und unsinniger Telegram-Chats verl\u00e4ngerte. Zu viel f\u00fcr Neumi, der von der Abfahrt von der Berliner Stadtfahrt so j\u00e4h aus dem Schlaf gerissen wurde, dass seine Ein-Jahr-kotzfrei-Serie nichts anderes als beendet werden musste. Der Becher mit dem mehr als widerlichen Inhalt wurde in Berlins dunklen Gassen entsorgt, ausgekotzt haben wir uns diese Nacht aber alle ein bisschen: Nobody works here, nobody works but ***, er macht alles alleine!<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignnone wp-image-2125 size-large\" src=\"https:\/\/www.gruppa-sued.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/IMG_20180926_004507-600x800.jpg\" alt=\"\" width=\"600\" height=\"800\" srcset=\"https:\/\/www.gruppa-sued.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/IMG_20180926_004507-600x800.jpg 600w, https:\/\/www.gruppa-sued.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/IMG_20180926_004507-188x250.jpg 188w, https:\/\/www.gruppa-sued.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/IMG_20180926_004507-624x832.jpg 624w\" sizes=\"(max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zuschauer: 39.100 Ihr k\u00f6nnt euch es sicherlich vorstellen oder seid selbst schon diesen h\u00f6chst steinigen Weg gegangen: Motiviert w\u00e4hrend einer Ausw\u00e4rtsfahrt sagt ihr den entsprechenden Bericht zu, macht euch eventuell sogar Notizen und dann\u2026 ja, und dann\u2026 dann gammeln die losen Ideen und die mit jedem Tag seltsamer anmutenden Notizen vor sich hin, bis es irgendwann zu sp\u00e4t ist. 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