{"id":225,"date":"2008-08-20T10:40:01","date_gmt":"2008-08-20T08:40:01","guid":{"rendered":"https:\/\/www.gruppa-sued.de\/?p=225"},"modified":"2022-09-18T18:12:33","modified_gmt":"2022-09-18T16:12:33","slug":"ljubljana-hertha-bsc-02-14-8-08","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gruppa-sued.de\/?p=225","title":{"rendered":"Ljubljana &#8211; Hertha BSC (0:2) (UEFA-Cup Quali) (14.8.08)"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/www.gruppa-sued.de\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/Ljubljana.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"size-full wp-image-226 alignnone\" alt=\"Ljubljana\" src=\"https:\/\/www.gruppa-sued.de\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/Ljubljana.jpg\" width=\"640\" height=\"426\" srcset=\"https:\/\/www.gruppa-sued.de\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/Ljubljana.jpg 640w, https:\/\/www.gruppa-sued.de\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/Ljubljana-176x117.jpg 176w, https:\/\/www.gruppa-sued.de\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/Ljubljana-375x250.jpg 375w, https:\/\/www.gruppa-sued.de\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/Ljubljana-624x415.jpg 624w\" sizes=\"(max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/a>Teil 1<\/p>\n<p>Mittwochabend 20 Uhr. Eine perfekte Zeit um Stullen zu schmieren. Nicht etwa um ein gew\u00f6hnliches Abendbrot im Kreise von Grauk\u00f6pfen einzunehmen, nein es ist die perfekte Zeit sich auf eine Ausw\u00e4rtsfahrt vorzubereiten. Ich hatte mich f\u00fcr K\u00e4se und Vollkornbrot entschieden, mit der Hoffnung, dass so beschmierte Stullen l\u00e4nger haltbar sein k\u00f6nnten als zum Beispiel Wurst. Ein paar Wiener und Karotten sollten die Sache noch beleben. <!--more--><br \/>\nEin bisschen unwohl war mir schon. Vor meinen Augen breiteten sich schon einmal die folgenden 4 Tage aus, an denen jeweils ein Fu\u00dfballspiel anstand. An viel musste gedacht werden. Kleidung mit Vereinsbezug und neutral (man wei\u00df ja nie), Waschzeug (man wei\u00df ja nie), Unterw\u00e4sche und Socken (man wei\u00df ja nie), Regenschutz (man wei\u00df ja nie), Notschlafutensilien (man wei\u00df ja nie), sehr viel Verpflegung , denn die Fahrt ist schon so teuer genug, Getr\u00e4nke und Sonnenmilch (in Slowenien soll es hei\u00df sein), Lesestoff (man wei\u00df ja nie), Fahnen und na klar: die Trommel, samt St\u00f6cken. Gummistiefel? Vielleicht nicht n\u00f6tig, aber sicher ist sicher.<br \/>\nLeck meinen kleinen Zeh, war ich bepackt. Ich war so behangen mit s\u00e4mtlichen Krempel, dass fast die komplette Breite einer gew\u00f6hnlichen S-Bahnt\u00fcr nicht reichte, um mich in die Bahn zu lassen. Als ich wie ein bepackter Lastelefant aus Bandar Seri Begawan (Brunei), unter die Augen der Mitreisenden trat, war das sp\u00f6ttische Gel\u00e4chter nat\u00fcrlich berechtigt.<\/p>\n<p>Kurz vor Mitternacht fuhr dann ein voller Doppeldecker ab in Richtung S\u00fcden. Leider waren einige Insassen vom Sommertunier auf der verbotenen Insel ziemlich beeinflusst und somit war der Hitmix f\u00fcr die Katz. Viel besser gefiel es mir nat\u00fcrlich, als langsam aber sicher der Hupensong in ein klassisches Zirkuslied verwandelt wurde. Vor meinen Augen tobten Feuerreifendurchspringende Affen umher, die Apfelsinen jonglierten und fast vom Grillmeister, mit Sch\u00fcrze um, der auf einem Einrad Eindruck bei jungen Frauen schinden konnte, umgefahren wurden. So verbrachten wir die letzten Stunden der Nacht mit Zirkusfreuden und raubten \u2013 hiermit bitte ich um Verzeihung \u2013 den meisten Kollegen und Kolleginnen im Hinterbus den Schlaf. Als die Sonne aufging waren wir in N\u00fcrnberg und luden unsere Kumpels aus Karlsruhe und Strasbourg auf.<br \/>\nNach einer wenigst\u00fcndigen M\u00fctze Schlaf, die unterbrochen wurde von Zirkushupen, erblickten meine Augen die Sch\u00f6nheit der Natur. Unser Bus hatte endlich die deutsche Grenze hinter sich gebracht und befand sich in \u00d6sterreich. Freund Blase aus Ettlingen las, von Codolfs poetischen Liebeserkl\u00e4rungen an die Frauenbrust\u00e4hnlichen Berge inspiriert, aus einem Gedichtband von Friedrich Nietzsche vor. \u201eEis\u201c war glaub ich das beste. Mitgebracht hatte hatte das Reclamheftchen Herr D\u00f6rflein, wer auch sonst!?<\/p>\n<p>Langsam wurde die Fahrt l\u00e4nger. Drau\u00dfen stieg die Sonne immer h\u00f6her, doch waren wir ja in der klimatisierten Hypervariante eines Omnibusses sicher aufbewahrt vor der vorsaharischen Klimazone. Ohne das etwas besonderes zu berichten w\u00e4re (ick schob mir ab und zu ne Wiener, samt Volkornk\u00e4sestulle) reisten wir noch viele Stunden und waren dann s\u00fcdlich von \u00d6sterreich in Slowenien angekommen. Ich hatte mir das Land ganz anders vorgestellt. Eine Mischung aus einem deutschen Mittelgebirgszug und einem balkanischen Tal. Teilweise sah die Gegend westlicher aus, als manche deutsche Provinz. Leider ging es nicht in die Hauptstadt Ljubljana, sondern nach Celje, aber im Grunde genommen war es auch Schnuppe. Nach der Ankunft wurde ein Bild der Auslandsreisenden geschossen und dann ging es geschlossen ab in die Altstadt (wir hatten noch 8 Stunden bis zum Anpfiff), wo die Berliner Schlachtenbummler einen netten Biergarten besetzten. Das Bier vom Fass war nicht verkehrt, aber auch nicht weltbewegend. Die Bullen hielten sich bisher vorbildlich zur\u00fcck und warteten nur an der n\u00e4chsten Stra\u00dfenecke mit 2 Autos. Die M\u00fctter der sch\u00f6nsten T\u00f6chter der Stadt schickten diese dann auf eine Art Laufsteg, der genau an uns vorbei ging. 2 Stunden lang liefen die jungen Frauen auf und ab, zur lauten Freude unserer Suffis. So ganz missfallen hatte das den M\u00e4dels scheinbar nicht, schlie\u00dflich h\u00e4tten sie auf ihren R\u00fcckwegen auch ne andere Stra\u00dfe nehmen k\u00f6nnen. Die Alten M\u00e4nner in der Kneipe gegen\u00fcber waren augenscheinlich gut am\u00fcsiert und klatschten oftmals bei \u201eWir lieben dicke Titten und den Suff..\u201c grinsend mit. Wie viel deutsch verstanden die wohl? Wie dem auch sei, M\u00e4nner sind allesamt verschweint. Pardon verehrte Damenwelt!<\/p>\n<p>Irgendwann brachen wir in Richtung Stadion auf und liefen mit unseren 80 Leuten gleich mal auf der Stra\u00dfe und lie\u00dfen Herthalieder von den W\u00e4nden der alten H\u00e4user zur\u00fcckschallen. Nicht erst dadurch waren wir auff\u00e4llig geworden. Demzufolge war klar, wer hinter einem Wohnblock auf uns wartete: Die Celje Hooligans. Na ja ganz so schlimm waren sie nicht. Zwar warfen sie Fackeln auf uns, doch suchten sie schnell das Weite als ein paar Leute mal gucken wollten, wer da \u00fcberhaupt wirft. Aha, erkannte man doch gleich unter ihnen einen Kellner wieder, der noch vor 15 Minuten freundlich Pizza servierte. Die Welt ist ein Dorf. Erw\u00e4hnenswert war auch die Bemerkung eines Beamten zum Herthaanhang im gebrochenen deutsch: \u201eAch lasst die doch Jungs, die sind noch Kinder.\u201c Den Zwischenfall nicht wirklich als \u201eAngriff\u201c einstufend, liefen wir weiter zum Stadion, kreuz und quer durch eine Kleingartenanlage, bei der die Grundst\u00fccksverteilung noch klassisch ablief. Wer zu erst kommt malt zuerst und somit grub sich wer mochte ein kleines St\u00fcck Wiese um zum Beet. Fantastisch gelebte Anarchie.<br \/>\nAm Stadion mussten wir noch warten, da die Tore erst ne halbe Stunde vor dem Anpfiff \u00f6ffneten.<br \/>\nDann ging es rein in die gute H\u00fctte. Das Stadion war in Gelb-Blau (des heimischen Vereins wegen) gehalten und war Teil\u00fcberdacht. Mich erinnerte es etwas an Odense, Michael lehnte diesen Vergleich strikt ab. So dann wurden die Berliner Zaunfahnen aufgehangen, was nicht weniger Platz ben\u00f6tigte als die komplette Hintertortrib\u00fcne.<\/p>\n<p>Anpfiff. Der Herthaanhang machte schwer krach und gegen\u00fcber konnte sich die Trommelgruppe aus Ljubljana nicht durchsetzen. 2000 Zuschauer hatten sich eingefunden, die meisten schienen davon allerdings eher neutraler Natur zu sein. Die Mannen der Alten Dame kickten langsam vor sich hin und waren damit schon besser als die Interblock-Mannschaft. Nach einer Viertelstunde traf Pante, nach einem Torwartfehler zum 1:0. Die Freude der 200 Herthaner war so gro\u00df, dass Berlin mit einer Pyroshow abfeierte. Im Nachhinein sollte dies zum bitteren Verh\u00e4ngnis werden. Zur Halbzeitpause wurden etliche Leute nach Gutd\u00fcnken festgenommen und konnten nur durch eine absurd hohe L\u00f6segeldzahlung wieder befreit werden. Viel Hektik und Dramatik, bei der das Spiel v\u00f6llig unterging. Das 2:0 in der 81. Minute, wieder durch Pantelic, bekam fast niemand mehr mit, da alle mit der undurchsichtigen Situation besch\u00e4ftigt waren, die fehlenden Leute wieder zu bekommen. Am Ende wurde eine Geldquelle gefunden, die die Befreiung und somit unsere p\u00fcnktliche Abreise erm\u00f6glichte. In jedem Fall hat sich die \u00f6rtliche Polizei die Kaffeekasse ordentlich aufgef\u00fcllt.<\/p>\n<p>Ersch\u00f6pft biss ich in eine lauwarme Wiener (es war hei\u00df in Slowenien) und schlief auf der R\u00fcckbank noch ein, bevor wir so etwas \u00e4hnliches wie eine Autobahn erreichten&#8230;<\/p>\n<p>Fazit: Bislang erf\u00fcllt Hertha alle Pflichtaufgaben makellos.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">kbk 2008<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Teil 1 Mittwochabend 20 Uhr. Eine perfekte Zeit um Stullen zu schmieren. Nicht etwa um ein gew\u00f6hnliches Abendbrot im Kreise von Grauk\u00f6pfen einzunehmen, nein es ist die perfekte Zeit sich auf eine Ausw\u00e4rtsfahrt vorzubereiten. Ich hatte mich f\u00fcr K\u00e4se und Vollkornbrot entschieden, mit der Hoffnung, dass so beschmierte Stullen l\u00e4nger haltbar sein k\u00f6nnten als zum Beispiel Wurst. 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