{"id":227,"date":"2008-08-20T10:42:55","date_gmt":"2008-08-20T08:42:55","guid":{"rendered":"https:\/\/www.gruppa-sued.de\/?p=227"},"modified":"2022-09-18T18:12:33","modified_gmt":"2022-09-18T16:12:33","slug":"rc-strasbourg-bastia-10-15-8-08","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gruppa-sued.de\/?p=227","title":{"rendered":"RC Strasbourg &#8211; Bastia (1:0) (15.8.08)"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/www.gruppa-sued.de\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/normal_rcsbastia4.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"aligncenter size-full wp-image-228\" alt=\"normal_rcsbastia4\" src=\"https:\/\/www.gruppa-sued.de\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/normal_rcsbastia4.jpg\" width=\"400\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.gruppa-sued.de\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/normal_rcsbastia4.jpg 400w, https:\/\/www.gruppa-sued.de\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/normal_rcsbastia4-333x250.jpg 333w\" sizes=\"(max-width: 400px) 100vw, 400px\" \/><\/a>Teil 2<\/p>\n<p>Genau so war es: Eingestiegen, eingeschlafen und aufgewacht \u2013 in N\u00fcrnberg. Du liebe Zeit. Hatte ich etwa die ganze Nacht durch geschlafen? Nein, da war doch noch irgendwie ein Zwischenstopp auf einer Raste in \u00d6sterreich, wo Leo bei der Hinfahrt Menschenunrat fand und Ekelanf\u00e4lle bekam. Und dann war ich doch noch Esteban Codolfo auf den Zeh gelatscht, weil dessen wei\u00dfe Socke sich inzwischen farblich nicht mehr vom Fu\u00dfbodenbelag des Nightliners unterschied. Oder hatte ich das nur getr\u00e4umt? Wie sp\u00e4t ist es denn? Was soll das Licht? Aha, in Deutschland regnet es, \u00e4tschb\u00e4tsch f\u00fcr alle die keine vern\u00fcnftige Kleidung dabei hatten, mich aber verspotteten.<!--more--><br \/>\nJetzt quakte auch der Fahrer ins Mikro, dass wir den Zwischenhalt N\u00fcrnberg-Hauptbahnhof erreicht h\u00e4tten. Okay, ich griff meine 7 Sachen und schlurfte unter der Schranke hindurch (Habt ihr schon mal eine Schranke an Samsons Platz montiert gesehen? War aber wirklich so.) in die fr\u00e4nkische Morgenluft. Drau\u00dfen standen die Gepl\u00e4tteten der Busbesatzung und waren mit Rauchen und den \u00fcblichen Pausenbesch\u00e4ftigungen Teil dieser Welt. Ab und an lief eine miese Visage (wohl arbeitende Bev\u00f6lkerungsteile) an mir vorbei, doch noch fehlte mir die Kraft zur Freude. (Ist mir doch fast das Motto einer Reiseidee aus d\u00fcsteren Jahren \u00fcber die Tasten gerutscht. Pardon.)<\/p>\n<p>Regionalbahn hie\u00df nun unser Zuhause, was wir Dank Reiseleiter Nikolas\u2019 M\u00fchen auch Gefahrenlos so nennen konnten. Jedenfalls der Schaffner konnte uns nichts anhaben.<br \/>\nSchnell verpackte ich meine Sachen im daf\u00fcr vorhergesehenen Bereich und hastete zum Behinderten \u2013 WC. Ne gewisse Grundw\u00e4sche inklusive einer ausgiebigen Zahnw\u00e4sche stand an. Ich wei\u00df, mein Verhalten war \u00fcberhaupt nicht eines Fu\u00dfballassis w\u00fcrdig. Wiederum Pardon. Schnell auch ein anderes T-Shirt dr\u00fcber geworfen und schon wieder war alles falsch. Kaum war ich bei meinem Platz angekommen, h\u00f6rte ich Gel\u00e4chter und dann Gemecker. \u201eKleeblatt\u201c, \u201eHaha, ein F\u00fcrther in unserem Abteil\u201c, \u201eVerpiss Dich Du K\u00fcmmelf\u00fcrther\u201c und weitere solcher Wortfetzen hagelten auf mich ein, nur weil ich das Nationalsymbol meines Heimatlandes auf der Brust trug und wir just in diesem Moment in F\u00fcrth hielten. Die Freundin des Ziegenpeters war nat\u00fcrlich am lautesten beteiligt.<br \/>\nSchnell stopfte ich 2 Wiener, ein K\u00e4sebrot (langsam wurde es widerlich) rein und die St\u00f6psel meines Musikabspielger\u00e4tes in die Ohren. Schon war ich wieder im Land der Tr\u00e4ume. Kurzer Halt in W\u00fcrzburg, wo es unser Reiseleiter in Sekunden schaffte noch 2 Karten f\u00fcr die beiden Stra\u00dfburger zu organisieren, die in N\u00fcrnberg irgendwie auch gepennt hatten oder so und deswegen noch keine Fahrausweise hatten. Aber wir sind ordentliche Staatsb\u00fcrger und fahren nicht schwarz.<br \/>\nEndlich waren wir in der F\u00e4cherstadt angekommen und f\u00fcr einen Teil der Reisegesellschaft gab es Wasser zum Reinigen und Nahrung zum Essen f\u00fcr die leichtangeschlagenen K\u00f6rper. Der andere Teil fuhr gleich weiter zur Meinau.<\/p>\n<p>Nach der wohltuenden Pause bestiegen wir mal wieder eine Regionalbahn und fuhren nach in Richtung Strasbourg. Beim Zwischenhalt in Nirgendwo sollte fast lange Weile aufkommen, doch Esteban wusste dies zu unterbinden, in dem er den Hinweis des GSB-Anf\u00fchrers gekonnt \u00fcberh\u00f6rte und vor den Augen der Dorfpolinazisten einen CFHH-Aufkleber \u00fcberkleben wollte. Gleich st\u00fcrzten sich die H\u00fcter auf ihn, w\u00e4hrend wir hinter einer Hecke versteckt so doll grinsten, dass es zu h\u00f6ren war. Der Knast konnte scheinbar durch ein Angebot Codolfos verhindert werden, das klebrige Papier eigenh\u00e4ndig vom einzigen Laternenpfahl weit und breit abzukratzen.<br \/>\nDer Zeitvertreib war gegl\u00fcckt und schon kam die n\u00e4chste Bahn die uns \u00fcber Kehl ins Elsass brachte. In Strasbourg angekommen verliebte sich der gewichtigste Mann unserer Reisetruppe in die Ansagerin der Z\u00fcge, dann wurden wir von einem kleinen Begr\u00fc\u00dfungskomitee der UB90 empfangen und gemeinsam ging es in den Keller, der sich im Dachgeschoss befindet.<\/p>\n<p>Hier asselten einige Berliner seit Stunden ab und dementsprechend sahen sie aus. Himmelhilf! Freund Grillmeister hatte sich bereits um die 40 Kronenbourg auf die Zunge spritzen lassen, sah aber noch passabel aus. Um nicht bl\u00f6de dazustehen musste ich nachziehen und begann selber Miniflaschen zu \u00f6ffnen, w\u00e4hrend andere wie bekloppt Kronenkorken versuchten in ein Ziel zu schnipsen, aber eigentlich den schlafenden Elvis treffen wollten, der schlimm erkrankt war und solche Sp\u00e4\u00dfe im Grunde nicht verdient hatte. Zwischendurch holten Marco, Jule und ich einen nachger\u00fcckten Herthaner von der Stra\u00dfenbahn ab. Eigentlich ist das keiner besonderen Erw\u00e4hnung wert, h\u00e4tte uns nicht der Kollege von den Ultra-Boys mit in seinem Auto zur Bahn gebracht. Als er das Bier am Steuer gelehrt hatte, schmiss er die Flasche aus dem Fenster in Richtung einer, sagen wir mal Hauswand und erkl\u00e4rte dabei den Grund seiner Fahrt \u201eKonnte Sie gerne mitn\u00e4men, abe meine Drogen vergessen\u201c. Kurz darauf zeigte eine Ampel \u00fcberdeutlich rot an doch Freund Blase bretterte voll \u00fcber die Kreuzung. Irgendwer brachte nat\u00fcrlich den Einwand \u201eDas war schon Rot oder?\u201c, doch unser Steuermann hatte die passende Antwort gleich lachend parat \u201eDas \u00e4 ist keine Problem ier, alles okay. W\u00fcr sind nischd in Deutschlond. \u201c<\/p>\n<p>Irgendwann gings auf zum Stadion, wo wir ein paar bekannte Gesichter aus Karlsruhe trafen und zusammen mit einigen Franzosen die Zeit bis zum Anpfiff, gleichbedeutend dem Rauchintro verquatschten. Na gut, so richtig Blau und Wei\u00df war der Rauch nicht, aber immerhin, es war doch \u00e4u\u00dferst nett mit anzusehen wie Problemlos \u2013 und vor allem scheinbar Folgenlos \u2013 in Frankreich so ein Intro gebracht werden kann. Zu den paar Raucht\u00f6pfen wurde ein Spruchband in deutscher Sprache gezeigt \u201eZusammen in Blau und Wei\u00df\u201c, f\u00fcr die anwesende Achse.<\/p>\n<p>Die erste Halbzeit war f\u00fcr die anwesenden 13.087 Zuschauer mit Sicherheit g\u00e4hnend langweilig. Auf dem Rasen passierte nichts und auch auf den R\u00e4ngen hielt sich die Lust auf Ekstase im Rahmen. Der G\u00e4stesektor war leider nur von 8-9 Korsen besetzt, die 2 kleine Zaunfahnen gehisst hatten. Entt\u00e4uschend na klar, aber irgendwie auch verst\u00e4ndlich. Einige Ultra-Boys erz\u00e4hlten sp\u00e4ter, dass die Fahrt zum R\u00fcckspiel inklusive der F\u00e4hr\u00fcberfahrt 3 Tage dauert! Bei uns ist das Weiteste vielleicht Freiburg und in 12 Stunden mindestens erreichbar. Erwartet wurde eine Bastia-Sektion aus Paris (um die 40 Mitglieder) und eine aus dem deutschen Rheinland, irgendwie fehlten die aber, zumindest was die erwartete \u201eMasse\u201c betraf.<\/p>\n<p>Der zweite Durchgang stellte alles auf den Kopf. Racing st\u00fcrmte nach vorne und erspielte sich Chance f\u00fcr Chance. Latte, Pfosten, Au\u00dfennetz und nat\u00fcrlich Monsieur Herv\u00e9 Piccirillo, der Schiedsrichter, standen aber irgendwie st\u00e4ndig im Weg. Die Stimmung kochte. Der gesamte Ultra-Block heizte die umliegenden Bl\u00f6cke mit an und alle ersehnten den der Seele Ruhe bringenden Jubelschrei herbei. Doch Monsieur Piccirillo gab sogar Ecksto\u00df, als ein Bastia-Verteidiger den Ball mit beiden H\u00e4nden \u00fcber die Torauslinie schlug. Die R\u00e4nge tobten. Der Block hinter dem Tor, zu Teilen mit Meinau-Boys belegt, rastete v\u00f6llig aus und antwortete der Schiedsrichteraktion mit einem Regen von Gegenst\u00e4nden und Beschimpfungen die durch die Luft segelten.<br \/>\nDann die 93. Minute, ein zweiter Ball liegt auf dem Spielfeld, ein Stra\u00dfburger Spieler erkennt dies und versucht den Ball ins Aus zu schie\u00dfen, scheitert aber peinlicher Weise, w\u00e4hrend der eingewechselte Rudy Calier das Leder in die Maschen f\u00fcr die Els\u00e4sser schoss. Der Linienrichter hielt brav die Schnauze (was bei den vielen Fehlentscheidungen der unparteiischen Partei zuvor auch absolut angebracht war) und Monsieur Piccirillo hatte seine Augen wo anders. B\u00e4tsch. 1:0 Sieg f\u00fcr Racing. Unter gro\u00dfem Jubel wurde die Siegreiche Elf beklatscht.<\/p>\n<p>Auf Merguezw\u00fcrstchen verzichtete ich aus Kostengr\u00fcnden, was nat\u00fcrlich eine knifflige Entscheidung war. Eigentlich kann man an den duftenden Grillst\u00e4nden nicht einfach vorbei gehen. Die Karlsruher hatten indes Platz in ihrem Bus f\u00fcr uns geschaffen und so ging es mit einem kurzen Zwischenstopp auf ein paar Kronenbourg im Keller, der sich im Dachgeschoss befindet, zur\u00fcck in die F\u00e4cherstadt. Au revoir! Die Stimmung in der letzten Reihe war stets kurzweilig, sagen wir Spitze und der M\u00fctzelserbe langsam betrunken, da er alle Reserven den Wild-Boys abluchste. So ein Fuchs!<\/p>\n<p>Fazit: Aufgrund einer grandiosen zweiten Halbzeit (so muss ein perfektes Fu\u00dfballspiel sein) hatte ich noch die halbe Nacht Ohrw\u00fcrmer der Stra\u00dfburger Ges\u00e4nge. Daumen Hoch f\u00fcr den 2. (oder 3.?) Tag der Tournee.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">kbk 2008<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Teil 2 Genau so war es: Eingestiegen, eingeschlafen und aufgewacht \u2013 in N\u00fcrnberg. Du liebe Zeit. Hatte ich etwa die ganze Nacht durch geschlafen? Nein, da war doch noch irgendwie ein Zwischenstopp auf einer Raste in \u00d6sterreich, wo Leo bei der Hinfahrt Menschenunrat fand und Ekelanf\u00e4lle bekam. 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