{"id":395,"date":"2007-05-25T20:25:44","date_gmt":"2007-05-25T18:25:44","guid":{"rendered":"https:\/\/www.gruppa-sued.de\/?p=395"},"modified":"2022-09-18T18:12:34","modified_gmt":"2022-09-18T16:12:34","slug":"rc-strasbourg-metz-21-18-5-07","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gruppa-sued.de\/?p=395","title":{"rendered":"RC Strasbourg &#8211; Metz (2:1) (18.5.07)"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/www.gruppa-sued.de\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/metz15.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"size-full wp-image-396 aligncenter\" alt=\"metz15\" src=\"https:\/\/www.gruppa-sued.de\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/metz15.jpg\" width=\"600\" height=\"400\" srcset=\"https:\/\/www.gruppa-sued.de\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/metz15.jpg 600w, https:\/\/www.gruppa-sued.de\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/metz15-176x117.jpg 176w, https:\/\/www.gruppa-sued.de\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/metz15-375x250.jpg 375w\" sizes=\"(max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><\/a>Teil 1<\/p>\n<p>Die Sommerpause ist gekommen. Heute, am Dienstag danach bin ich wieder zur\u00fcck in Berlin. Die unnormale Hitze macht der Vorlesung \u201eKirchen- uns Dogmengeschichte IV\u201c m\u00e4chtig zu schaffen. Ein konzentriertes Zuh\u00f6ren, oder gar ein aufmerksames Mitschreiben ist mir nicht m\u00f6glich. In 20 Minuten hab ich mir nur gemerkt, dass \u201ehartn\u00e4ckiger Ehebruch\u201c im sp\u00e4ten 16. Jahrhundert unter Strafe stand. Stichwort: Kirchenzucht.<br \/>\nNachdem ich am letzten Donnerstag vor Nervosit\u00e4t die ganze Nacht lang kaum ein Auge zu tun konnte, ging es mit einer der ersten Ringbahnen auf dem Fahrplan in den Osten Berlins und zum alten Hauptbahnhof der ehemaligen Hauptstadt der DDR. Die Ostler waren schon zum Teil vor Ort und stopften sich zur fr\u00fchen Morgenstunde mit Burgerfra\u00df voll und erkl\u00e4rten wie sie jeweils den \u201eVatertag\u201c verbracht hatten.<!--more--><br \/>\nDann kam auch schon der ICE und zusammen mit (insgesamt) gesch\u00e4tzten 28 Leuten konnte die Fahrt ins Wochenende beginnen. Als ich kurz vor unserem ersten Umsteigebahnhof Hannover einen Jubelschrei \u00fcber die sch\u00f6ne Landschaft hervorrief, erkl\u00e4rte Zottel das ich \u201eunnormal\u201c sei und tippte mit seinem Finger auf seiner Stirn umher. Von der Leinestadt brachte uns ein weiterer ICE mit der Fernrichtung Basel bis nach Offenburg. W\u00e4hrend ich schief im Sitz hing, halbleckere Salamibr\u00f6tchen a\u00df und versuchte ein paar Zeilen zu lesen, drehten die Atzen bereits voll am Rad. Nachdem der Schlager \u00fcber Wolfgang Sch\u00e4uble sogar mit einer Tanzchoreografie versehen war und endlich der Hit des Wochenendes \u201eFrankfurt-Mannheim stinkt- T\u00fcr zu!\u201c entwickelt war, war die Truppe nicht mehr zu halten und ich roch an einem Taschentuch, dass nach Meerschweinstreu roch, was mir etwas zu wider war.<br \/>\nErstaunt war ich \u00fcber eine Standartgro\u00dffamilie der Marke 0815 aus Hannover, die \u2013 trotzdem sie Kinder im Gep\u00e4ck hatte \u2013 die gesamte Zeit in unserer N\u00e4he verbrachte. Die Familienoberh\u00e4upter lie\u00dfen sich sogar schon um halb neun zu einem Fr\u00fchst\u00fcckskindl einladen. Denkw\u00fcrdig!<br \/>\nIn Karlsruhe verlie\u00df Sabbo den Zug, da sie irgendwie verabredet war und daf\u00fcr stieg King G. hinzu. Als wir den Zug in Offenburg verlie\u00dfen stand die Sonne im Zenit und wir lagerten uns um eine Bank auf dem Bahnsteig. Br\u00fcssow wurde aufgefordert das Vors\u00e4ngerpodest \u00fcber dem Signalmast zu erklimmen, was er selbstverst\u00e4ndlich prompt tat. Sofort kam ein Schaffner oder Lokomotivf\u00fchrer \u00fcber die Gleise zu uns gesprungen und bl\u00f6kte &#8211; Br\u00fcssow heranwinkend &#8211; einige Wortfetzen in die Mittagshitze. Ich fragte \u2013 weil ich zu weit weg war um etwas zu verstehen \u2013 was der Hauptmann gesagt h\u00e4tte und Br\u00fcssow erkl\u00e4rte, dass er kein Wort verstanden habe. Das hatte ihn aber nat\u00fcrlich nicht daran gehindert dem Uniformierten aufrichtig mit \u201eJa, okay, mach ich!\u201c zu antworten.<br \/>\nWeiter ging es mit einer Deutschfranz\u00f6sischen Gemeinschaftskleinbahn, die eines Schaffners entbehrte, was f\u00fcr uns nicht von Nachteil war, da sogar Roy die Tickets vergessen hatte.<br \/>\nIn Kehl stieg Jule zu und wunderte sich \u00fcber die Sauberkeit des Zuges, bis ich erkl\u00e4rte, dass wir erst wenige Minuten in dem selben waren. Ab gings \u00fcber die Br\u00fccke und \u2013Bonjour- schon waren wir in Frankreich. Am Stra\u00dfburger Hauptbahnhof konnten es einige nicht lassen 10 mal zu erw\u00e4hnen, dass der Bahnhof deutscher Bauart sei und mit Kruppstahl vernietet wurde. Aha!<br \/>\nWir wurden von einem Begr\u00fc\u00dfungskommando der Ultra-Boys empfangen und schmissen unseren Krempel in die bekannte 9er-Rostlaube der UBs. Anschlie\u00dfend ging es zu einem ausf\u00fchrlichen Stadtbummel, bei dem ich endlich nach 18 Jahren einmal wieder die Stra\u00dfburger Kathedrale bestaunen konnte. In einem b\u00fcrgerlichen Keller tranken die anderen Bier \u2013 das in der Kneipe selbstgebraut wurde \u2013 und wir bestellten aus einer kleinen halbelit\u00e4ren Gruppe heraus original Els\u00e4sser Flammkuchen, die wirklich vorz\u00fcglich waren. (Ich wei\u00df nicht ob ich erw\u00e4hnen sollte, dass die Bestellung etwa 2 Stunden dauerte, weil ich nicht wei\u00df warum wir nicht bedient wurden..)<br \/>\nNachdem Mahl ging es wieder in die Stadt und mit der Stra\u00dfenbahn weiter zu einem Gewerbegebiet in dem die Ultra-Boys ihren neuen Raum gefunden haben. Das beherbergende Haus erschien mir aus Trabbipappe gebaut zu sein, was ja an und f\u00fcr sich kein Nachteil sein muss.<br \/>\nBei ein paar Dosen Kronenbourg pr\u00e4sentierten wir den Franzosen unseren Musikgeschmack, der sich am besten mit der Bennennung der beiden Titel \u201eSch\u00f6nes M\u00e4dchen sch\u00fcttel Dein Haar f\u00fcr mich\u201c und \u201eKrawall und Remmidemmi\u201c umfassen und beschreiben l\u00e4sst.<br \/>\nEin paar Stunden der Sofagem\u00fctlichkeit sp\u00e4ter marschierten Strasbourg und Berlin los. An einer Stra\u00dfenkreuzung schlossen sich die pl\u00f6tzlich angekommenen Karlsruher an und der ordentliche Mob bewegte sich in Richtung Innenstadt, \u201everfolgt\u201c von zwei normalgro\u00dfen Polizeiautos! Das ist kein Scherz! Man stelle sich vor Hertha spielt gegen die Sorben und ein Mob von 250 Leuten l\u00e4uft nach Belieben durch Berlin und um das Olympiastadion und die Polizei interessiert es nicht!<br \/>\nIch hielt mich raus und ging mit den M\u00e4dchen schon mal zum Stadion, dass von einer algerischen Ticketmafia umstellt war und erfuhr sp\u00e4ter, dass nur Ger\u00fcchte den Blau-Wei\u00dfen auf ihrem Weg zum Stadion entgegentraten.<br \/>\nAls ich den Block betrat war die Choreo gerade fast beendet, so das ich es nicht mehr schaffen konnte aus einem Nachbarblock zu staunen. Die Stimmung im Stade de la Meinau war von Anfang an wirklich gut. Oft wurden die Ges\u00e4nge der UB\u201990 von den umliegenden Trib\u00fcnen aufgenommen und auch optisch war einiges geboten. Nur selten (wenn \u00fcberhaupt)zuvor habe ich ein Spiel gesehen, bei dem so h\u00e4ufig Pyrotechnik gez\u00fcndet wurde, wie in diesem Derby. St\u00e4ndig wurden irgendwo im Block Bengalos gez\u00fcndet und hochgehalten. Auch blauer und wei\u00dfer Rauch zog mehrmals in Schwaden aus dem Block ins Stadion, untermalt von zahlreichen Blinkbengalen. Dazu gab es nat\u00fcrlich die \u00fcblichen Fahnen und Doppelhalter und auch die ein oder andere Schalparade. Eine G\u00e4nsehaut der extremen Art bekam ich als der Vors\u00e4nger pl\u00f6tzlich, v\u00f6llig unvermutet, ein HA HO HE anstimmte, dem eine fette H\u00fcpfeinlage zu \u201eHertha- Strasbourg- Karlsruh\u201c folgte.<br \/>\nIm Block der Metzer war nur Anfangs eine halbwegs einheitliche Unterst\u00fctzung zu bemerken. Ab etwa der 10. Minute kam es im Ausw\u00e4rtsblock zu teils heftigen Auseinandersetzungen zwischen Horda Frenetic\u201997 und G\u00e9n\u00e9ration Grenat\u201995, bei der auch die Kaiserslautern+Metz-Fahne der Horda vom Zaun gerissen wurde. Den Rest des Spiels wechselten sich im G\u00e4steblock nun Gewalt und gr\u00f6\u00dfere Mengen Rauch im 5-Minuten-Takt ab. Von den anwesenden Pf\u00e4lzern zeugte aus der Entfernung nur noch ein schm\u00e4chtiger Teufel, der \u00fcber die Horda-Fahne gehangen wurde. Die Spannungen innerhalb der Metzer Szene m\u00f6gen die Erkl\u00e4rung ausmachen, warum der G\u00e4steblock in einem so bedeutendem Derby nicht ausverkauft war.<br \/>\nAuf dem Rasen spielte Racing eine gute Partie und konnte die Metzer am Ende verdient mit 2:1 schlagen, auch wenn es in den letzten Minuten noch einmal sehr spannend wurde und die Roten ziemlich auf den Ausgleich drangen.<br \/>\nDamit war der direkte Wiederaufstieg f\u00fcr Strasbourg geschafft und das Publikum feierte \u2013 erneut mit viel Pyro- ekstatisch ab. Wir harrten nach dem Abpfiff noch im Block aus, bis das offizielle Feuerwerk auf dem Rasen abgefeuerte wurde \u2013 ich dachte an ein Pokalfinale, was vielleicht daran liegt, dass ich noch nie eines erlebt habe \u2013 und dann ging es Wassereisschleckend wieder auf die Stra\u00dfen um das Stadion, auf denen aber im Endeffekt wieder nichts, au\u00dfer schneller Ger\u00fcchtsverbreitung, passierte.<br \/>\nErsch\u00f6pft chillten wir mit den Karlsruher Br\u00fcdern in unserem Schlafraum, bis diese sich verabschiedeten und mit einigen Berlinern im Gep\u00e4ck zur\u00fcck ins Badener Land fuhren.<br \/>\nIch wollte dann zur vorger\u00fcckten Stunde schlafen, was aber aufgrund des sehr harten Fu\u00dfbodens und der K\u00e4lte, die durch den d\u00fcnnen Stoff meines Doppelhalters kroch \u2013 es ist pervers dass ich dies in einem Moment schreibe, da im Vorlesungssaal 38\u00b0C sind &#8211; und der Baguetteschlacht im Nachbarraum nicht recht gelang.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">kbk 2007<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Teil 1 Die Sommerpause ist gekommen. Heute, am Dienstag danach bin ich wieder zur\u00fcck in Berlin. Die unnormale Hitze macht der Vorlesung \u201eKirchen- uns Dogmengeschichte IV\u201c m\u00e4chtig zu schaffen. Ein konzentriertes Zuh\u00f6ren, oder gar ein aufmerksames Mitschreiben ist mir nicht m\u00f6glich. In 20 Minuten hab ich mir nur gemerkt, dass \u201ehartn\u00e4ckiger Ehebruch\u201c im sp\u00e4ten 16. Jahrhundert unter Strafe stand. 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