{"id":404,"date":"2007-05-03T20:33:16","date_gmt":"2007-05-03T18:33:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.gruppa-sued.de\/?p=404"},"modified":"2022-09-18T18:12:34","modified_gmt":"2022-09-18T16:12:34","slug":"aachen-hertha-bsc-04-28-4-07","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gruppa-sued.de\/?p=404","title":{"rendered":"Aachen &#8211; Hertha BSC (0:4) (28.4.07)"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/www.gruppa-sued.de\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/IMG_4401.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"size-full wp-image-405 aligncenter\" alt=\"IMG_4401\" src=\"https:\/\/www.gruppa-sued.de\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/IMG_4401.jpg\" width=\"640\" height=\"427\" srcset=\"https:\/\/www.gruppa-sued.de\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/IMG_4401.jpg 640w, https:\/\/www.gruppa-sued.de\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/IMG_4401-176x117.jpg 176w, https:\/\/www.gruppa-sued.de\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/IMG_4401-375x250.jpg 375w, https:\/\/www.gruppa-sued.de\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/IMG_4401-624x416.jpg 624w\" sizes=\"(max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/a>1 \u00bd Stunden Schlaf waren vorbei. Oft ist beschrieben worden, dass man nach zu kurzem Schlaf Probleme mit der Lokalisierung von K\u00f6rper, Geist und Umgebung hat. Diesmal war es krasser. Ich wusste nicht. Gar nichts. Nach wenigen Augenblicken fiel mir immerhin ein: \u201eDu musst aufstehen. Du hast es so gewollt.\u201c Als ich unter der Dusche den blauen Duschvorhang betrachtete und mit einer Schwenkfahne verglich wurde mir der Grund meines fr\u00fchen Morgens klar: Hertha, ausw\u00e4rts.<!--more--><\/p>\n<p>Am Vortag hatte ich 12 Stunden lang den Vergleich der Lutherschriften \u201eDe captivitate Babylonica ecclesiae praeludium\u201c und \u201eSermon von dem Sakrament des Fleisches und Blutes Christi wider die Schwarmgeister.\u201c endlich beendet. Zum Gl\u00fcck. Nun besch\u00e4ftigte mich das Problem der Kupferdiebe. Ihr habt sicher davon geh\u00f6rt, dass in letzter Zeit ganze Banden losziehen und mit dem passenden Werkzeug, den modernen Windr\u00e4dern und auch den Hochspannungsleitungen der Eisenbahn das Kupfer rauben. Ich war gerade dabei zu \u00fcberlegen, ob der Kupfermarkt in Deutschland inzwischen vollst\u00e4ndig illegal geworden ist &#8211; wenn man scheinbar problemlos meterlange Kupferseile verkaufen kann &#8211; als mein Handy f\u00fcrchterliche Ger\u00e4usche machte. Meine hypothetischen \u00dcberlegungen wurden durch Franks ungeduldigen Anruf unterbrochen. Eile war angesagt. Also st\u00fcrzte ich, behangen wie ein indischer Arbeitselefant, die 3 Stockwerke hinunter, zum Richardplatz und in Franks Auto.<\/p>\n<p>Die Busfahrt verlief heute ruhig. Eine Ausnahme war traditionell die letzte Reihe, die heute \u2013 Johnny sei Dank \u2013 mit einem Wischeimer ausgestattet war. Alles was in n\u00e4herer Umgebung zu finden war sch\u00fctteten die S\u00fcchtigen in diesen Eimer, warfen dann noch ein paar gammelige Fr\u00fcchte rein und nannten den ganzen Spa\u00df \u201eBowle\u201c. Wie Bienen ihre R\u00fcssel in Kirchbl\u00fcten stecken hing die Bande \u2013 halbnackt \u2013 am Eimer, soff diesen mit Strohhalmen aus und wiederholte das Ritual mehrfach. Einige Biere und ausgetauschte Worte \u2013 mit dem ehemaligen McDonalds Mitarbeiter \u2013 sp\u00e4ter waren wir immer noch nicht da. Tja, heute war die Kaiserstadt Aachen das Ziel unserer Reise und die liegt weit weit weg. Selbst als der letzten Reihe der Stoff ausgegangen war, waren wir noch immer noch nicht da. Unfassbar.<\/p>\n<p>\u201eDoch bleibst Du ruhig, so kommst Du zum Ziel, dass heute hei\u00dft: ein Herthaspiel.\u201c Vor dem Stadion \u2013 dass nach Terris\u2019 nachvollziehbarer Vermutung eine Kreuzung aus der alten F\u00f6rsterei und dem Millerntor ist \u2013 trafen wir auf die angereiste 9er Besatzung aus Karlsruhe und die, von der Sonne extrem ger\u00f6tete Gruppo THC, die heute auff\u00e4lliger als sonst in ganz anderen Sph\u00e4ren unterwegs war. Dann gab es noch etwas Nervenaufreibung, weil wir die Trommeln nicht mit in den Block bekamen und nur mit M\u00fche eine einzige \u201eausnahmsweise\u201c durchbringen konnten.<\/p>\n<p>Das Spiel begann und die alte Dame kam gleich richtig in Fahrt. Bereits nach 6 Minuten traf der Brasilianer Gilberto zum 1:0. Aachen \u2013 gef\u00e4hrlich vom Abstieg bedroht \u2013 kam aber kurz darauf besser ins Spiel und hatte nach einer Viertelstunde die Chance, mit einen Foulelfmeter auszugleichen. Doch der Schuss des Kotzbussers Reghecampf kam an Christian Fiedler nicht vorbei! Vor der Pause hatte die Alemannia noch einige riesige M\u00f6glichkeiten, traf aber nur den Pfosten oder schob den Ball am leeren Tor vorbei und so blieb es bei der knappen F\u00fchrung. Gleich nach dem Wiederanpfiff gab es f\u00fcr die Blau-Wei\u00dfen das gleiche Gl\u00fccksgef\u00fchl wie zu Beginn des Spieles; Christian Giminez traf zum 2:0. In der Folge spielten die Herthaner \u00fcberraschend abgekl\u00e4rt und besorgten durch Bast\u00fcrk (77.) und Pantelic (80.) den Aachenern sogar noch eine Klatsche.<\/p>\n<p>Die 2000 angereisten Herthaner waren nat\u00fcrlich durch das Spiel der Mannschaft in gute Laune versetzt worden und sorgten \u2013 gerade in der zweiten Halbzeit \u2013 f\u00fcr wirklich gute Stimmung. Die Alemannen entt\u00e4uschten mich. Zwar gab es zu Beginn des Spiels eine Asterix-Choreo gegen den drohenden Abstieg, doch folgte auf sie eine gro\u00dfe Stille. Ich war noch nie in Aachen, hatte aber vermutet an die Wand gesungen zu werden. Entweder hatte ich ein vollkommen verzehrtes Bild vom Aachener Publikum oder es gab einen anderen Grund. Wer wei\u00df, wer wei\u00df.<\/p>\n<p>Nachdem Spiel hatte ich \u2013 wie neulich \u2013 schon wieder einen unnat\u00fcrlich starken Durst. Also stieg ich hinab in die Katakomben unter dem Block &#8211; zog den Zorn des Kloboys auf mich, weil ich kein Kleingeld hatte \u2013 und hielt meinen Kopf unter das k\u00fchle Nass, dass aus dem rostigen Wasserhahn hinabpl\u00e4tscherte, wobei ich von Gummistiefeln tr\u00e4umte, die meine F\u00fc\u00dfe von Seuchen h\u00e4tten retten k\u00f6nnen. Als der Ort des verborgenen Grauens verlassen war, kam der Zeitpunkt der Verabschiedung von den Karlsruhern und der Abfahrt des Busses. Der Busfahrer \u2013 der irgendeinen Standartnamen hatte \u2013 erkl\u00e4rte, dass unser Bus-WC geschlossen wird und wir fuhren, mit dem Gef\u00fchl Schweine zu sein, nach Hause.<br \/>\nDie Heimfahrt war heute eine Gedenkfahrt an die gl\u00fcckselige Zeit der Kindheit. So sang der hintere Teil des Busses \u2013 der ausschlie\u00dflich vor der Glotze gro\u00df geworden zu sein schien \u2013 alle Trickfilmsongs die man kennen k\u00f6nnte, ein Kracher war sicher der Titelhit der Miniplaybackshow,<br \/>\nund ich befand mich in einer netten Runde, die alte Knallerspiele wie \u201eIch packe meinen Koffer\u201c (Nach der Regel von Kenneth), \u201eIch sehe was, was Du nicht siehst\u201c oder \u201eWer oder was bin ich\u201c spielte. Zufrieden fiel ich irgendwann nachts mit der T\u00fcr ins Bett und hatte erst mal etwas Schlaf nachzuholen.<\/p>\n<p>Ein Dank und Gru\u00df geht an die anwesenden Karlsruher und Franky, der mich mal wieder selbstlos kutschierte.<\/p>\n<p>Fazit: Die Zeiten scheinen sich zu \u00e4ndern. Fr\u00fcher haben wir immer zu Hause gewonnen und ausw\u00e4rts verloren. Nun l\u00e4uft es genau andersrum. Wer eine Erkl\u00e4rung daf\u00fcr hat, schreibt sie ins G\u00e4stebuch der ber\u00fchmten Gruppa S\u00fcd Berlin. Merci!<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">kbk 2007<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>1 \u00bd Stunden Schlaf waren vorbei. Oft ist beschrieben worden, dass man nach zu kurzem Schlaf Probleme mit der Lokalisierung von K\u00f6rper, Geist und Umgebung hat. Diesmal war es krasser. Ich wusste nicht. Gar nichts. Nach wenigen Augenblicken fiel mir immerhin ein: \u201eDu musst aufstehen. 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