{"id":544,"date":"2007-12-11T17:11:51","date_gmt":"2007-12-11T15:11:51","guid":{"rendered":"https:\/\/www.gruppa-sued.de\/?p=544"},"modified":"2022-09-18T18:12:34","modified_gmt":"2022-09-18T16:12:34","slug":"bochum-karlsruher-sc-22-8-12-07","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gruppa-sued.de\/?p=544","title":{"rendered":"Bochum &#8211; Karlsruher SC (2:2) (8.12.07)"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/www.gruppa-sued.de\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/vfl_bochum_auswaerts_4.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"size-full wp-image-545 aligncenter\" alt=\"OLYMPUS DIGITAL CAMERA\" src=\"https:\/\/www.gruppa-sued.de\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/vfl_bochum_auswaerts_4.jpg\" width=\"460\" height=\"345\" srcset=\"https:\/\/www.gruppa-sued.de\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/vfl_bochum_auswaerts_4.jpg 460w, https:\/\/www.gruppa-sued.de\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/vfl_bochum_auswaerts_4-333x250.jpg 333w\" sizes=\"(max-width: 460px) 100vw, 460px\" \/><\/a>Man sollte es vermeiden krank ausw\u00e4rts zu fahren. Soviel wei\u00df schon jeder Anf\u00e4nger im Fu\u00dfballleben. Aber vermutlich wei\u00df auch fast jeder, dass es trotzdem gemacht wird, weil, ach es ist ja nur eine ganz ruhige Ausw\u00e4rtsfahrt, es ist m\u00f6glich fast die ganze Zeit zu schlafen, zu ruhen, Medizin zu schlucken, aus dem Fenster zu gucken und die Innenraumtemperatur so einstellen zu lassen, dass es hinter dem Krankheitswollschal noch angenehm bleibt. Dies sind nat\u00fcrliche Argumente, die trotz Krankheit mit verkl\u00e4rtem Blick eine Ausw\u00e4rtsfahrt genehmigen k\u00f6nnten. Die anderen Argumente sind, dass nichts verpasst werden darf, es schon eine wochenlange Freude auf eine gemeinsame GSB-Neunertour gegeben hatte, die Jungs einen Ausfall finanziell schwer verkraften k\u00f6nnten, dass es beim KSC einen halbwegs gew\u00f6hnlichen Alltag g\u00e4be, bei dem auch wieder etwas Stadionatmosph\u00e4re zu schnuppern w\u00e4re und dass es auch schon das letzte Ausw\u00e4rtswochenende des Jahres werden sollte. <!--more--><\/p>\n<p>Also traf ich am Sonnabendmorgen, am f\u00fcr 9er \u00fcblichen Abfahrtsort, auf 6 gutgelaunte Gruppa S\u00fcd Boys und einen freundlichen Ehrengast im Mobil, der unter anderem bei der Musikauswahl sp\u00e4ter entscheidend ins Geschehen eingriff. Nur der Erfahrendste schien noch etwas schlecht gelaunt ob der fr\u00fchen Stunde zu sein und benahm sich einigerma\u00dfen aggressiv. Hier sind 3 unwiderlegbare Fakten, die mich dazu bringen, eine solche Einsch\u00e4tzung seines Verhaltens am Morgen vorzunehmen:<br \/>\n1. Noch vor der Abfahrt bep\u00f6belte er einen harmlosen Rentner, der lediglich gehupt hatte.<br \/>\n2. Noch vor der Abfahrt gab er, unfairer Weise, ausgerechnet dem niedrigsten Gruppamitglied einen \u00fcblen Sto\u00df mit dem Ellenbogen in den Wanst.<br \/>\n3. Nach wenigen Kilometern, ich sah gerade Erholungsuchend aus dem Fenster, drehte er sich in v\u00f6lliger Rage urpl\u00f6tzlich um und drosch mit einer handels\u00fcblichen Bierflasche auf meine Stirn ein.<br \/>\nDa wir all das nicht auf uns sitzen lassen konnten, mussten wir leider im weiteren Verlauf der Fahrt des \u00f6fteren ,als Rache anzusehend, Lieder aus der Vergangenheit anstimmen, die der besagte Herr nicht sehr gern h\u00f6rt. Aber wie \u2013 unter der Androhung des Totschlags \u2013 versprochen soll hier kein weiteres Wort \u00fcber die Inhalte verloren werden.<\/p>\n<p>Ich sa\u00df heute in der letzten Reihe, die nur mit den Alten besetzt war, was bedeutet, dass dort nur Gr\u00fcndungsmitglieder aus l\u00e4ngst vergangenen Zeiten sa\u00dfen. Im nachhinein vielleicht falsch, aber im akuten Moment hervorragend, griff ich nach einiger Zeit zur Motsche und erlaubte mir zu verschiedensten Hitmixen zusammen mit den Kumpanen der R\u00fcckbank einige Scherze. Das Ehrenmitglied, oder heute auch \u201eB \u2013 U \u2013 S-Fahrer\u201c, musste vermutlich ziemlich leiden, da die ausdr\u00fcckliche Blasenschw\u00e4che zahlreicher Mitfahrer heute die Fahrt unter das Motto \u201eDie n\u00e4chste Raste ist unsere\u201c gestellt hatte. Sobald wir das Gef\u00e4hrt nach einer x-beliebigen Raste wieder bestiegen hatten, wurden sofort neue Motschen aufgemacht und das genannte Motto lautstark wiederholend verk\u00fcndet. Zu der Musikauswahl ist zu sagen, dass sich Creme de la Creme und Widerliches ganz gut abwechselten. Merkw\u00fcrdiger Weise konnte mein Hitmix in den CDs 1, 2 und 3 angeblich zun\u00e4chst nicht laut gedreht werden, weswegen wir viel Ballermucke und Gothic h\u00f6rten. Wiederum merkw\u00fcrdiger Weise, nachdem von der Allgemeinheit anerkannt worden war, dass sich auf meinen CDs doch ein paar nette Br\u00f6ckchen befanden, funktionierte das Radio wieder normal und konnte \u2013 fast ein bisschen zu \u2013 laut gedreht werden.<\/p>\n<p>In Bochum angekommen tanzten wir etwas unter dem Dach der Kofferraumklappe unseres 9ers und wurden von einer t\u00fcrkischen Lederhandschuhgang skeptisch im vorbeigehen angegafft, bis zwei bekannte junge Damen aus Karlsruhe uns entdeckten und wir gemeinsam noch etwas \u2013 stilecht \u2013 am Neuner rumgammelten. Sp\u00e4ter gings zur Imbissbude (Pommes 1\u20ac) wo wir &#8211; unter den Blicken der b\u00f6sen Einheimischen des Bierstandes auf der anderen Stra\u00dfenseite- auf unsere Zugfahreratzen trafen, die schon einiges zu erz\u00e4hlen hatten und unter anderem eine \u00e4ltere Dame auf dem Handy pr\u00e4sentieren konnten, die sie zum Freestylerap hatten \u00fcberzeugten k\u00f6nnen.<br \/>\nVor dem Stadion warteten wir dann auf die versp\u00e4teten Karlsruher Busse, dachten schon, &gt; dort kommen die ersten &lt;, aber nein, die Leute, die jene Stra\u00dfe entlang kamen waren die Bochumer! Welch \u00dcberraschung. Vorne weg ein Kollege mit Megafon und hinter her &#8211; wie man so sch\u00f6n im Fachjargon der deutschen Ultrasprache sagt &#8211; der Kindergarten. Hier kurz der Original &#8211; Dialog zum Nachspielen:<br \/>\nEin paar Bochumer: \u201eNa wat is los Ihr Scheissgelbf\u00fcssler?\u201c.<br \/>\nIrgendwer von den Umstehenden: \u201eHei\u00dft das nicht &gt; Gelbf\u00fcsser &lt; ?\u201c<br \/>\nEin paar andere Bochumer: \u201eNa wat is denn?\u201c<br \/>\nNoch ein paar andere Bochumer (mit einem Blick, der verriet das sie einen gammeligen Pommesgeschmack mit abgelaufener Majo aufgesto\u00dfen hatten): \u201eNa wat is?\u201c<br \/>\nEin Polizist: \u201eBitte gehen sie etwas zur Seite.\u201c<\/p>\n<p>Dann waren sie auch schon wieder weg. Soviel zum Thema Mobaction. Aber es ist schon m\u00e4chtig wichtig \u201esich zu zeigen\u201c&#8230;<\/p>\n<p>Als die Karlsruher dann wirklich gekommen waren, gab es \u00fcblich herzliche Begr\u00fc\u00dfungsszenarien und Eintrittskarten, die wir sogleich benutzen wollten um ins Stadion zu gelangen. Dabei hatte ich vergessen, dass wir in Bochum waren und ich aus der Vergangenheit eigentlich h\u00e4tte schon wissen m\u00fcssen, dass bei den \u00f6rtlichen Eing\u00e4ngen ein anderer Wind weht als in den meisten bundesdeutschen St\u00e4dten. So gab es heute 2 (!) unglaublich schmale Eing\u00e4nge, vor denen ewiglange Schlangen standen, weil es kaum voran ging. Fast jeder zweite musste seine Schuhe ausziehen und sich aufs peinlichste gr\u00fcndlich durchsuchen lassen. Als ich sp\u00e4ter \u2013 nach etwa einer dreiviertel Stunde Wartezeit und diese auch nur weil uns ein netter Armatakollege vorlie\u00df \u2013 im Block stand, h\u00f6rte ich, dass trotzdem das Spiel gerade angepfiffen wurde, noch immer viele Leute drau\u00dfen standen und es wohl auch Probleme mit Zaunfahnen g\u00e4be (Auch das kannten wir aus dem letzen Jahr leider noch zu gut..).<br \/>\nAls viele Leute den Block verlassen hatten, ging ich hinterher um zu schauen, was vor sich ging und h\u00f6rte schon, bevor ich um die Ecke kam, dass es zu Auseinandersetzungen zwischen Polizisten und Fu\u00dfballfans kam. Um die Ecke gekommen sah ich, dass die Polizisten rabiat alle Leute in die Aufg\u00e4nge der Bl\u00f6cke dr\u00e4ngten und legte sofort den R\u00fcckw\u00e4rtsgang ein. So etwas hatten wir ja erst vor kurzem erlebt.<\/p>\n<p>Klar, dass die gute Laune der Hinfahrt nun wie verflogen war. Ich hatte schon damit gerechnet, dass es in diesem Spiel \u00fcberhaupt keine organisierte Stimmung mehr g\u00e4be, doch raffte sich ein kleinerer Teil der aktiven Karlsruher Fanszene noch auf und sang f\u00fcr den KSC und seine so sympathische Mannschaft, die f\u00fcr den ganzen Mist wirklich nichts kann.<br \/>\nAuf dem Platz gab es von Anfang an eine ziemliche ausgeglichene Partie zu sehen, bei der die Bochumer zun\u00e4chst nach 20 Minuten in F\u00fchrung gingen, die Jungs in den sch\u00f6nen badischen Landesfarben jedoch nur wenige Minuten sp\u00e4ter ausgleichen konnten. Hajnal hatte einen Abpraller von Iashvilli verwandelt. In der zweiten H\u00e4lfte gab es ein \u00e4hnliches Bild, wobei der KSC f\u00fcr mich leichte Vorteile hatte. In der 56. traf mal wieder Basti Freis zur F\u00fchrung, doch waren es diesmal die Bochumer, die nur 3 Minuten sp\u00e4ter wieder den Ausgleich schafften. Insgesamt wirklich ein gerechtes Unentschieden.<\/p>\n<p>Nachdem Spiel verd\u00fcnnisierten wir uns an der Bullenkette vorbei in die Bochumer Nacht und fuhren schnell gen Heimat, da am n\u00e4chsten Tag ja mal wieder eine Ausw\u00e4rtsfahrt anstand. Stimmung kam im Neuner erst auf, als unser Fahrer Frank gekonnt und mit Trick 17 einen Stau bei Genthin, der einer Vollsperrung glich, umfuhr und der DJ \u2013 unser Ehrengast \u2013 Mozart auflegte. Mein lieber Scholli, habt Ihr schon mal 8 Fu\u00dfballassis ein komplettes Mozartst\u00fcck Partiturgenau gr\u00f6len h\u00f6ren, so dass fast jedem dabei die Halsschlagader kurz vorm Platzen stand?? Ein einmaliges Erlebnis! Unglaublich, diese Mischung aus sinnlosem, asozialem, animalischem Verhalten und dem feinen Gesp\u00fcr f\u00fcr Kultur. Ein Dank geht an den Mieter und die beiden Fahrer, die insgesamt nur 2 Personen sind. Auf die n\u00e4chste Tour!<\/p>\n<p>Fazit: Trotz eines anderen Schauplatzes, stand das Spiel leider wieder im Hintergrund. Zum Gl\u00fcck hei\u00dft es heute, dass es auf beiden Seiten keine schlimmeren nachhaltigen Verletzungen gab.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">kbk 2007<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Man sollte es vermeiden krank ausw\u00e4rts zu fahren. Soviel wei\u00df schon jeder Anf\u00e4nger im Fu\u00dfballleben. 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