{"id":563,"date":"2007-05-25T20:36:59","date_gmt":"2007-05-25T18:36:59","guid":{"rendered":"https:\/\/www.gruppa-sued.de\/?p=563"},"modified":"2022-09-18T18:12:34","modified_gmt":"2022-09-18T16:12:34","slug":"fuerth-karlsruher-sc-13-20-5-07","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gruppa-sued.de\/?p=563","title":{"rendered":"F\u00fcrth &#8211; Karlsruher SC (1:3) (20.5.07)"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/www.gruppa-sued.de\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/mai2007fuerthksc012.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"size-full wp-image-564 aligncenter\" alt=\"mai2007fuerthksc012\" src=\"https:\/\/www.gruppa-sued.de\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/mai2007fuerthksc012.jpg\" width=\"640\" height=\"480\" srcset=\"https:\/\/www.gruppa-sued.de\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/mai2007fuerthksc012.jpg 640w, https:\/\/www.gruppa-sued.de\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/mai2007fuerthksc012-333x250.jpg 333w, https:\/\/www.gruppa-sued.de\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/mai2007fuerthksc012-624x468.jpg 624w\" sizes=\"(max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/a>Teil 3<\/p>\n<p>Das Morgengrauen war l\u00e4ngst Geschichte und nur die Verschattungstechnik konnte die Sonne noch aufhalten. Die sehr kurze Nacht an Zottels Seite war vor\u00fcber. Nach der \u00fcblichen Dusche \u2013 die deswegen aber keineswegs als selbstverst\u00e4ndlich oder weniger luxuri\u00f6s angesehen werden kann \u2013 gab es ein vorz\u00fcgliches Fr\u00fchst\u00fcck mit einem riesigen Omelett, das vorz\u00fcglich schmeckte. Bl\u00f6der Weise brauchten die anderen ewig, bis sie \u00fcberhaupt beim Fr\u00fchst\u00fcck erschienen und so kamen wir in Zeitnot. Zum Gl\u00fcck hatten wir noch den geliehenen Flitzer und so kamen wir gerade noch rechtzeitig am Gro\u00dfen Stern an.<!--more--><\/p>\n<p>Hier wuselten so viele Menschen, Autos und Busse durcheinander, dass ich erst einmal den \u00dcberblick verlor. Also schloss ich mich schnell bekannten Gesichtern an und lie\u00df mich wie von einem Blindenhund in unseren \u2013 nur f\u00fcr Berliner \u2013 bereitgestellten Bus f\u00fchren. Der Bus war etwas \u00e4lter und hatte so schmierig-dreckige Fensterscheiben, dass man &#8211; ohne zu \u00fcbertreiben &#8211; kleben blieb, wenn man mit dem Kopf einschlafend seitlich an die Scheibe kippte. Das w\u00e4re alles nicht so dramatisch gewesen, wenn nicht die Sonne unaufh\u00f6rlich auf eben diese Scheibe geschienen und der Scheibenbelag nicht angefangen h\u00e4tte schmelzend auf mich hernieder zu tropfen. In meiner Verzweiflung k\u00e4mpfte ich etwa 20 Minuten mit der &#8211; immer zur\u00fcck schnappenden &#8211; Verschattungstechnik des Fensters, die dabei, wie ein Blasensemble Satans, dr\u00f6hnende Ger\u00e4usche verbreitete. Zu letzt fiel ich in das tropfende Grauen kopf\u00fcber und ergab mich meinem Schicksal der Ausd\u00f6rrung, wie das Gnu in der Trockenzeit oder der Lachs nach einer Flussumbettung.<br \/>\nAn diesem Tag muss ich wirklich ziemlich einen an der Klatsche gehabt haben. Anders kann ich mir nicht erkl\u00e4ren warum ich mich nicht einfach auf den Sitz links von mir gesetzt habe, der vollst\u00e4ndig im Schatten war und sich in ausreichender Entfernung zum tropfenden Wahnsinn befand. Widerwillig stieg ich irgendwo, nach dreifacher Ermahnung, zum Gruppenfoto aus und hielt mein zerst\u00f6rtes Gesicht in die Kamera. Zum Gl\u00fcck hatte auch die restliche Busbesatzung kein \u00fcberschw\u00e4ngliches Interesse an L\u00e4rm und so konnte ich bis F\u00fcrth schlafen. In den anderen Bussen musste das anders gewesen sein. Das konnte man sp\u00e4testens bemerken, als man Sabbo aus dem Armatabus gleichsam fallen sah. Ich m\u00f6chte mir nicht ausmalen zu welchen Szenen es in diesem Bus gekommen sein musste! Sie erk\u00e4rte mir sp\u00e4ter, sie sei nur \u00fcberm\u00fcdet gewesen.<\/p>\n<p>Neben dem legend\u00e4ren F\u00fcrther Pizzastand \u2013 der aber total \u00fcberf\u00fcllt war \u2013 fand ich den Eisstand eines lokalen Landwirts, der Bioeis verkaufte. Nat\u00fcrlich stand ich sofort in der \u2013 f\u00fcr mich unverst\u00e4ndlich, sehr kurzen \u2013 Schlange und bestellte eine Unmenge. Im Vergleich zum Eis vor einer Woche in Karlsruhe kam es zwar schlechter weg, aber generell kann der gute Mann auf sein selbstgemachtes Himbeereis durchaus stolz sein.<br \/>\nIch besorgte meine Karte und betrat &#8211; mich ein weiteres mal \u00fcber die Ger\u00fcstkonstruktion des G\u00e4steblocks am\u00fcsierend \u2013 das Stadion. An zahlreichen Opfern der Busfahrt vorbei schl\u00e4ngelte ich mich in die schattigen Aufg\u00e4nge des Blocks und gab mich der sinnlosen Klebesucht hin. Beim betreten des Blockes wurde klar, dass bei solch mesopotamischen Temperaturen nur der Stehplatz in der obersten Reihe in Frage kommt, wo man wenigstens vom Wind den R\u00fcckenschwei\u00df getrocknet bekommt. Die Schnapsleichenfraktion um die erm\u00fcdete Sabbo betrachtend erwartete ich an diesem Ort den Anpfiff . Aufgrund eines Protests, gegen ein sehr fragw\u00fcrdiges Stadionverbot beim Freibugspiel, begann der Blau-Wei\u00dfe Haufen erst nach einer Viertelstunde Stimmung zu machen, eingeleitet von einer deftigen Portion Rauch. Nat\u00fcrlich wurde das ganze heute nicht mehr verbissen ernsthaft gemacht, sonder man feierte gut gelaunt die Aufstiegshelden. Auf F\u00fcrther Seite war \u00fcbrigens heute fast gar keine Stimmung mehr zu vernehmen. Da kann man mal sehen wieviel das Publikum noch zu Stande bekommt, wenn die Organisation der Ultras fehlt.<\/p>\n<p>Ich war \u00fcberrascht, dass die 22 Mann auf dem Platz bei einer solchen Witterung \u00fcberhaupt spielten. Aber doch, sie taten es. In der ersten Halbzeit zwar noch auf beiden Seiten Chancen vergebend und etwas lahm, in der zweiten Halbzeit aber doch fast ansehnlich. Nach dem Wechsel traf Federico in seinem letzen Spiel f\u00fcr den KSC in der 65. Minute zum 1:0 und in der 67. auch gleich noch zum 2:0. F\u00fcrths fast nicht anerkannte theoretische Chance aufzusteigen, hatte die Mannschaft mit dem Kleeblatt also wie jedes Jahr verspielt. Zwar konnten sie 10 Minuten vor dem Ende der Partie noch den Anschlusstreffer durch da Silva erzielen, aber \u201ader Zug war abgefahren\u2019 und Federico traf in der Schlussminute noch zum verdienten 3:1 Endstand. Insgesamt ein sehr ordentlicher Auftritt des Karlsruher Sport Clubs, in seinem letzten Spiel in Liga 2!<\/p>\n<p>Nach den \u2013 ziemlich ausf\u00fchrlichen \u2013 Verabschiedungsszenen der Blau-Wei\u00dfen Achse ging es wieder in den Bus mit der ekligen Scheibe. Erst jetzt viel mir auf was der Stammtisch vor mir auf dem ersten Teil der Fahrt begonnen hatte. Zu zweit hatten sie zwei K\u00e4sten Z\u00e4pfle gebunkert und tranken diese nun ohne wirkliche Pause aus. Wobei der \u00e4ltere der beiden berufliche Vorteile mitbrachte und unter anderem die Weisheit erkl\u00e4rte, wie man bei \u201egro\u00dfem Bierdurscht\u201c mit dem Harndrangproblem zu Recht kommen kann, denn das kann ja gerade bei l\u00e4ngeren Busfahrten ziemlich l\u00e4stig sein. Wenn man etwa 2 Bier getrunken hat und merkt \u201eick gloob ick mussma pissen\u201c dann muss man einfach aushalten und noch ein Bier trinken und das Gef\u00fchl geht vor\u00fcber. Tats\u00e4chlich hat der Herr deutlich mehr als die H\u00e4lfte der Flaschen ausgetrunken und verlie\u00df bis Berlin nicht einmal seinen Platz! Er wirkte auch nicht besoffen oder irgendwie wesensver\u00e4ndert als er seine Frau anrief und in sachlichem Tonfall den Zustand erkl\u00e4rte, dass er nicht mehr Auto fahren k\u00f6nne und vom Bus abgeholt werden m\u00fcsse. Eine \u2013 f\u00fcr mich \u2013 denkw\u00fcrdige Leistung.<br \/>\nNach einem Zwischenhalt in Irgendwo, bei dem ich eine \u2013 in Bl\u00e4tterteig gebackene \u2013 sehr w\u00fcrzige Wurst a\u00df und einigen Gespr\u00e4chen, die meistens das Wochenende beleuchteten, kamen wir kurz nach Sonnenuntergang wieder in der Hauptstadt an.<\/p>\n<p>Fazit: Niko sagte mir beim aussteigen aus dem Bus, dass er von solchen Wochenenden noch seinen Enkeln mit gl\u00e4nzenden Augen berichten wird. Viel mehr kann ich eigentlich nicht sagen. Ein herzlicher Dank geht an die Freunde im sch\u00f6nen Badener Land, et merci beaucoup aussi a strasbourg pour la hospitalit\u00e9! L&#8216; axe bleu et blanc pour toujour!!<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">kbk 2007<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Teil 3 Das Morgengrauen war l\u00e4ngst Geschichte und nur die Verschattungstechnik konnte die Sonne noch aufhalten. Die sehr kurze Nacht an Zottels Seite war vor\u00fcber. 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